Wording, Indentitätspolitik und Negativ Campaigning.

Man wirft Regeln willkürlich über Board und tut dies im eigenen Interesse, sofern man dazu in der Lage ist.

Der Mechanismus beruht auf der Entwertung der Sinne, Empfindungen, Vorstellungen und Erfahrungen des einzelnen Menschen, so daß an seiner Stelle ein Homunkulus (aus dem Repertoire vorgegebener Identitäten) entsteht, dem jeder, eines erwarteten Vorteils willen, entsprechen möchte wodurch er sich allerdings angreifbar und erpressbar macht.

Assoziationen.
Politiker besetzen Begriffe die positiv besetzt sind, in der Hoffnung, es färbe auf sie ab. Nun ist grüne Politik umweltfreundlich und umweltschädlich. Konkret ein batteriebetriebenes KFZ belastet die Umwelt, weil zu seiner Herstellung und zum Betrieb Energie aufgewendet werden muß und umweltschädliche, weil reaktionswirksame Materialien verwendet werden.

Forscher, Think Tanks, Fachleute.
Sie erläutern warum Krieg Frieden schafft und gut böse ist bzw. böse gut. Damit zentral gesteuerte Institutionen ins Handeln finden, müssen sie ihr Handeln durch entsprechende Beurteilungen (Zertifikate) rechtfertigen, sofern sie der Menschen zur Umsetzung bedürfen und sofern diese Menschen den Fachleuten oder Zertifikaten glauben.
Eine Debatte, zur differenzierten Betrachtung der Vorgänge, hindert die Umsetzung der Pläne, stellt sie infrage. An die Stelle der Bürgerbeteiligung am gesellschaftlichen Diskurs tritt der Glaube an die sich medial inszenierenden „Wissenschaftler“, die Glaubensgemeinschaft der Facebook-Followers.

Demokratie war ursprünglich ein Begriff der eine Ausdifferenzierung in der Persönlichkeitsentwicklung, in Gesellschaft, Wirtschaft und Staat als Prozess beinhaltete. Die Umsetzung eines Planes ist gleichbedeutend mit seiner Optimierung (Bildung).

Demokratie ist heute Umsetzung statt Bildung und es bleibt der Wettbewerb, um die Zustimmung für den einen oder anderen Repräsentanten (Leader) einer politischen Gruppe. Die bösen Leader nennt man Populisten oder begnadete Populisten, weil sie sich auch am Willen ihrer Wähler orientieren.

Durch das Wording werden Menschen diskriminiert, d.h. man definiert sie aufgrund der Begriffe, die auf sie und oft auch von ihnen angewendet werden. Wer sich ein solches Label umhängt, „grün“, wird angreifbar und das zu recht. Tempo 130 km/h fordern und 177 km/h fahren, obwohl 120 km/h erlaubt sind und dann noch lapidar rechtfertigend zu sagen: „Ich hatte es eilig“ läßt uns diesen Menschen als jemanden erscheinen, dem die Regeln und die Menschen egal sind, in der Hoffnung diese Arroganz verdecke seine Dummheit, etwas zu fordern (Tempo 130), was seinen eigenen Wünschen widerspricht (Freie Fahrt für freie Bürger).

Er ist nicht frei wie jeder der sich über ein Wort und nicht über seinen Charakter definiert. Ähnlich absurd ist es Antidiskriminierungsgesetze zu verabschieden, in der Hoffnung, hiermit mangelnde Empathie, d.h. die Fähigkeit sich im Anderen wiederzufinden, was jede Diskriminierung verhinderte, ersetzen zu können.

Negativ Campaigning:
Sie ist wirksam, da sie gerade die Beliebtheit einer anderen Gruppe von Menschen herab zu setzten vermag, weil dem Einzelnen die Urteilsbegabung entwertet wird, was ihn auf die vorgefertigte Ware (Beurteilungen) seines Leaders zurückgreifen läßt. Zertrümmerte gesellschaftliche Strukturen, Soziophobien schränken den Erfahrungsbereich ein und erschweren es zunehmend sich ein individuelles Bild vom Anderen zu machen wodurch erst Negativ Campaigning (auf deutsch: Rufmord) erfolgreich wird. Ich gehöre zu einer Gruppe (überhaupt), zu der Gruppe des guten Leaders (all lives matter) und bin deshalb mehr Wert wie du.

Negativ Campaigning funktioniert nur durch Zuschreibungen (Wörter) die Person des davon betroffenen zu verdecken und dies umso mehr, je mehr sich diese Person auf das Glatteis begab, sich mit einem fremden Label zu schmücken. So wird eine Doktorarbeit vom Schmuck zum Debakel oder der Deutsche mit Migrationshintergrund zum Islamisten.

Nachtrag 1:

Wie auf’s Stichwort veröffentlichte der DLF am 23.05.2021 den Artikel: „Chancen und Hürden der Diversität“ von Vivien Leue.

„In deutschen Parlamenten hat nur höchstens jeder zehnte Abgeordnete einen Migrationshintergrund. Parteien wollen diesen Anteil durch freiwillige Selbstverpflichtung erhöhen.“

„Repräsentation wird immer noch unterschätzt“.
Zurecht, denn: Die Abgeordneten sollen nicht repräsentieren, dafür gibt es den Bundespräsidenten; sie sollen die Regierungsvorlagen (Gesetze, Haushalt,…) öffentlich beurteilen, akzeptieren oder ablehnen.

Daß dies heute in einer Geschwindigkeit geschehen kann, die dem Wähler keinerlei Möglichkeit läßt, diese Entscheidungen nachvollziehen oder auch nur verfolgen zu können, ist eine Ursache für den Niedergang unserer Demokratie.

Eine zweite ist es, dem Souverän, dem Wähler, vorzugaukeln, wenn er denn den passenden Repräsentanten (Avatar) habe, würde alles besser werden.

Selber leben und lieben, selber denken und sich selber um die Belange der Gesellschaft kümmern tut Not.

So wie es gewiß ist, daß sich kein Repräsentant finden wird, der an unserer Stelle in den Tot geht, so gewiß sollte sein, daß es kein Repräsentant geben wird, der unsere Belange hinreichend vertreten wird, es sei denn, wir schauen ihnen auf die Finger, was umso besser möglich ist, je weniger wir uns unsere Sicht von den als Nebelgranaten konzipierten „Hintergrundberichten“ beeinträchtigen lassen.

Nachtrag 2:

Das Handelblatt meldete am 26.05.2021:

„BUNDESVERFASSUNGSGERICHT

Karlsruhe pocht auf umfassende Einbindung des Bundestags in EU-Fragen

Im Juli 2015 beschließen die Euro-Staaten nach langen Verhandlungen ein neues Hilfspaket für Griechenland. Rückblickend gibt es aber ein Problem: Der Bundestag wurde zu spät informiert.“