Ukraine und Lehren.

Kriege gibt es nicht ohne dass Opfer zu beklagen wären. Kriege sind nach Clausewitz die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, als jene, muß ich hinzufügen, die uns die Vernunft an die Hand geben.

Wir sehen bei/an uns, dass ganz enge Scheuklappen verwendet werden, in Russland oder der Ukraine nicht weniger. Der Westen betreibt eine Politik der Nötigung, Sanktionen, Drohungen und Militärmanöver. Russland und China tun das gleiche im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Jeder rechtfertigt sein Vorgehen, wobei der Westen personalisiert, die Staatshäupter der anderen Staaten dämonisiert, während dem Rest nichts anderes bleibt, als eine anonyme Macht, ein System oder Organisation zu beschuldigen, was natürlich weniger bei Menschen verfängt. Menschen kann man hassen, Systeme nicht.

Das größte Übel ist eine Gesellschaft, in der es keine Opposition mehr geben darf, in der entweder der Staatsanwalt oder ein von George Sorros zensiertes Facebook, eine von russischen Medien gesäuberte EU, linke, grüne, konservative und rechte Tugendterroristen den Andersdenkenden ausgrenzen, weil sie ja eine gerechte Sache vertreten.

Wer gewinnen will schließt sich der Horde an.

Scheinbar funktioniert die Methode aus Zuckerbrot „Nudging“ und Peitsche „Ausgrenzung“. Wer es noch nicht weiß: Nudging ist eine Methode unbewußte Vorlieben auf bestimmte Sachverhalte zu übertragen. Die kommerzielle Werbung funktioniert so. Gesunde Kinder durch schädliche Süßigkeiten.

Dies in der großen Politik betriebene Spiel, wer brav ist wird zum Treffen der Belzeberger, Sicherungskonferenz eingeladen setzt sich in den Betrieben fort, wo der brave zum Essen mit dem Chef eingeladen wird und die Toiletten mit den weißen Klodeckeln benutzen darf.

Nehmen wir an, den Weltenlenkern ginge es tatsächlich darum, mit ihren Tricks die Welt etwas besser zu machen, die Menschheit sachte zu ihrem Glück zu verhelfen, mit den Mittel des KI optimierten Belohnungs- bzw. Sanktionssystemes.

Die Ergebnisse ähnlicher Versuche in der Vergangenheit waren katastrophal. 2000 Jahre lang gibt es die 10 Gebote und eine, zwei viele Krichen, die um Einhaltung dieser 10 Gebote bemüht sind. Auch nach 2000 Jahren blieben sie ohne Erfolg. Du sollst nicht lügen. Ich kenne niemanden, der noch nicht gelogen hat.

Der sich der Aufklärung zurechnende russische Kaiser Alexander ließ in seinem Reich Militärlager einrichten, in denen auch die ärmsten seiner Untertanen in sauberen Unterkünften, ein militärisch strukturiertes Leben ohne Angst hungern zu müssen führen konnten. Krankenhäuser und Schulen sollten für körperliche und geistige Gesundheit sorgen. Die Katastrophe blieb nicht aus.

Von Christen geführte Einrichtungen für gefallene Mädchen oder Waisenkinder, Besserungsanstalten im Kaiserreich und Arbeitshäuser in England hatten die gleichen katastrophalen Folgen. An die indigenen Kinder die in Kanada vor wenigen Jahrzehnten ihren Familien, ihrer Kultur entrissen, in einer fremden zivilisierten Welt zugrunde gingen will ich gar nicht denken.

Eine moralische Kultur kann nicht verordnet werden, auch nicht unterschwellig, weil Kultur Folge und nicht Vorsatz ist. Sie ist nicht planbar da Summe der Beziehungen des einzelnen Menschen zu sich und seines Begriffs der Umwelt; weil jeder Mensch kein Subjekt bzw. Gegenstand ist sondern unfaßbar, ein begreifender, der sich nur in der Beziehung ereignet.

Und da wären wir wieder bei den 10 Geboten oder bei den Gesetzestafeln Hamurabis, bei der Gesetzgebung die sich nur dieser Beziehung (des Menschen zu anderen Menschen wie seiner gesamten Umwelt) widmet, da nur hier der Mensch als solcher hervorzutreten vermag. Das Gesetz ist im Allgemeinen der Begriff der Menschheit als Gattung, woraus folgert, dass vor dem Gesetz alle gleich sind. Die 10 Gebote gelten für jeden ohne positive oder negative Diskriminierung.

Dagegen wird verstoßen und je spezifischer die Gesetze desto größer das Unrecht. Uns sollte bewußt sein, dass ein Verstoß gegen den ‚Gleichheitsgrundsatz‘ des Rechtes, die Menschheit in ihrer Existenz bedroht. Es ist das Recht, das die Freiheit erst erschafft, da es die Beziehungen der Menschen zueinander möglich macht, schützt und somit die sich hieraus ergebende Entwicklung, Bildung und Kultur in Gang hält.

Es gab ein Erfolgsmodell durch das sich Menschen zu einem freieren Leben zu bilden vermochten. Es waren dies der Tugendbund, die Berliner Salons um 1800, wo sich Menschen einen Raum schufen, um auf der Suche nach Wahrheit und Selbstbestimmung einen tabulosen Umgang miteinander zu pflegen. Einen Teilnehmer dieser Gesellschaft kennen wir: Es war Wilhelm von Humboldt. Zu ihr gehörten auch seine Frau und die eine oder andere Gespielin.

Gleichwohl holte sich Humboldt an einem naßkalten Tag am Grabe seiner Frau die Lungenentzündung, die ihn sein Leben kostete. Was war es, das Humboldt veranlaßte, bei diesem Wetter am Grabe seiner Frau zu verweilen?

Es ist die Liebe die Bestimmung des Menschen. Damit wären wir bei unserem Religionsstifter: Christus. Die Liebe wird aber nur jenen gewahr, die das Licht aus dem Feuer ihres Hassens zu nutzen vermögen, die Hinfälligkeit seiner Gründe zu erkennen. So werde man vom Saulus zum Paulus – nicht durch Fremdbestimmung, so subtil sie auch sein möge.