Börsianer: Arbeit macht arm.

Der aus Trier stammende Volkswirt Karl Marx postulierte in seiner Denkschrift „Das Kapital“ die Arbeitsleistung als den die Gewinne der Unternehmen bestimmenden Faktor.

Damit disqualifizierte sich Marx als Phantast. Richtig ist, wie die jüngsten Ereignisse an den Börsen belegen, dass je mehr Menschen arbeiten, ergo dass je mehr Arbeit geleistet wird, weniger zu verdienen ist. So die Erwartung der Spekulanten.

Als die guten Arbeitsmarktdaten in den USA veröffentlicht wurden, gingen die Kurse an den Börsen in den Keller. Das Handelsblatt berichtete darüber am 3.6.2022: „Analysten erklären den Zusammenhang so: Je besser die Konjunktur läuft, desto wahrscheinlicher sind weitere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Die aber würden Kredite für Unternehmen verteuern, Investitionen bremsen und damit die Chancen für weiteres Wachstum verringern.“

Achtung: Gemeinhin gelten die Aktionäre als Investoren. Was nicht ganz richtig ist.
1. Der unwissende Spekulant ist der Investor und der wissende Spekulant ist derjenige, der sich das Geld des unwissenden aneignet.
2. Falls die Zahl der unwissenden Spekulanten zu gering ist, tritt die Regierung, mit dem aus einem Vakuum mancher Gehirne heraus geschaffenen Sondervermögen ein.

Ergebnis ist ein Verdrängungswettbewerb: Konkurrenten werden vom Markt gefegt und zwar nicht durch die besseren Produkte oder größere Wirtschaftlichkeit, sondern durch Legenden, Mythen und pro specte (der Deutschen Bank z.B.):

Die auf ethischen Grundsätzen beruhende Politik erlaubt es, jeden Mitbewerber auf der Jagd nach dem Geld zu diskreditieren: sei es Gerhard Schröder, den Papst, Elon Musk, die Deutsche Bank, die OMV, wer oder was auch immer. Jeder macht zwar Fehler, aber nicht jeder steht der Gier und dem Größenwahn einer so mächtig wie verantwortungslosen Glaubensgemeinschaft im Wege, die um ihre Gewinne bangt, wenn mehr gearbeitet wird.

Kollateralschäden.

Während eines Krieges passieren folgende Dinge: 1. Soldaten und Generalstab perfektionieren ihr blutiges Handwerk und 2. die Moral der Soldaten sinkt. Russland hat nun einen neuen Oberbefehlshaber für seine Truppen in der Ukraine ernannt, die Einschließung der ukrainischen Hauptstadt Kiew – von Anfang an aufgrund der geographischen Verhältnisse ein waghalsiges Unternehmen – wird nicht weiter verfolgt. Freiwerdende Truppen werden eingesetzt, um die im Osten der Ukraine stehenden Truppen der Ukrainischen Armee vom Westen abzuschneiden.

Kriege werden zu 40% auf dem Schlachtfeld entschieden und zu 60% durch Propaganda. Hier liegt der Westen eindeutig vorn – doch zu welchem Preis? Feindliche “Propaganda-Sender” werden verboten, das Dark-Net wird dank der Propaganda Selinskis gesellschaftsfähig, ein Buchstabe wird verboten.

Wir demontieren unsere freiheitlich, demokratische Grundordnung, weil der Gesetzgeber das Vertrauen in den Souverän, das Volk, verloren hat – zu unrecht? Jede Regierung verdient das Volk, das es sich erzogen hat? Die bestehende Gesetzgebung vermag gegen Kriegsverherrlichungen vorzugehen. Warum braucht es eine Regelung die speziell die Verherrlichung russischer Kriege verbietet? Das Eigentum ist geschützt, nicht das der russischen Oligarchen und russischen Unternehmen. Waffenexporte in Krisengebiete sind erlaubt, galt nicht für Heckler und Koch. Russlands Rüstungsindustrie ist autark. Jeder Dollar der nicht nach Russland fließt, ändert daran nichts.

All diese fragwürdigen Vorgänge dienen nicht der Stärkung des Vertrauens in unseren Staat, in unser Rechtssystem.

Die Reaktion auf die russische Propaganda ist bedrohlicher, als die Propaganda der Russen selbst. Hinzu kommt, dass jene, die sich die Mühe machen bei tass.com reinzuschauen bemerken werden, dass das bei uns gezeichnete Bild von der russischen Presse nicht stimmt. Dass die tass eine regierungskritische Haltung einnehmen könnte, kann allerdings nicht erwartet werden.

The Real America, bzw. Trumps Propaganda Sender, spricht Dinge aus, die öffentlich zu äußern sich bei uns niemand mehr traut. Was nutzt es, den Büchner-Preis zu verleihen, wenn es Büchner heute wenig besser erginge, wie zu Lebzeiten? Ernst Moritz Arndt, Propagandist im Krieg gegen Napoleon, wurde nach der Demagogenverfolgung (1818) und heute wieder auf die schwarze Liste gesetzt. Wer hat Angst vor Ernst Moritz Arndt? Trotz Verbots der Kriegspropaganda existiert ein vorgeblich moralisch begründeter Krieg eines jeden gegen jeden Menschen. Nutzt das unserer Gesellschaft?

Die gegen Russland installierten Sanktionen beginnen unsere Wirtschaft stärker zu belasten als die russische. Der wahre (real) Amerikaner fürchtet um den Dollar als Leitwährung, weil russisches Öl und Gas, vielleicht auch andere Handelswaren in Rubel zu zahlen sind. Russland akzeptiert im Handel mit Indien die indische Währung, Saudi Arabien liefert Öl nach China gegen chinesische Valuta. Der wahre Amerikaner ist sich darüber im Klaren, dass jeder Dollar, der nicht mehr in den Taschen von Ausländern ist, die Inflation in den USA antreibt und bangt, dass deshalb die USA schon bald die nötigen Rüstungsausgaben nicht mehr tätigen könne und somit in die Hände der Kommunisten fiele.

Kommunisten sind alle Unamerikaner beginnend mit Joe Biden.

Folgen wir einem Mann, der sich selbst nie als Kommunisten bezeichnet hatte, Karl Marx, so wird früher oder später alles dem kapitalistischen Verwertungsprozess unterworfen, das Kapital übernimmt den Staat und schafft damit die Voraussetzung seines eigenen Sturzes.

Donald Trump nennt diesen Prozess Korruption und möchte für die USA das Rad der Geschichte zurückdrehen. Die Parallele zwischen Trump und Marx zeigt, dass es trotz allem Anschein eine Wahrheit gibt, wir sie nur unzureichend erfassen wollen/können. Bedeutet: Je stärker wir bereit sind, uns selbst zu enttäuschen, desto größer unsere Handlungsfreiheit.

Wie schnell wir andernfalls in einem Albtraum landen können, zeigt uns die Ukraine. Es liegt an den Regierenden wie an jedem einzelnen selbst, sich ihrer Phantasmen zu entledigen; ob Weltbeherrschung in russisch oder One Global World in neudeutsch. Das gilt für die im Wahne treibenden Täter wie für die sich von ihren Projektionen nährenden Mitläufer.