Rassismus.

Rassismus ist eine antiquierte Form, die Schuld an dem eigenen tatsächlichen oder vorgeblichen Unvermögen jene Tore zu schießen, die der Schwarze nicht traf, anderen aufzubürden.

Damit wird im Falle des Unvermögens, die eigene Dummheit durch die Akzeptanz Gleichgesinnter erträglich und im Falle vorgegebenen Rassismus, lenkt der Rassismus von den eigenen Verbrechen ab. „Schuld ist der Jude.“

Da der Begriff Rasse heute nicht mehr auf Menschen angewandt werden darf, das Rasseweib möge uns verzeihen, kommt der dem Rassismus zugrunde liegende Mechanismus im anderen Gewandte daher.

Der Trick besteht darin eine Eigenschaft die der Gegner tatsächlich hat oder die man ihm zuschreibt (ausgenommen Herkunft und Hautfarbe) zu dem Kriterium zu machen, das geeignet ist, ihn als Gruppe auszugrenzen, z. B. die Rassisten.

Der Rassismus beruht auf der Neigung des Menschen, sich die Welt einfach zu machen. Wessen Lied ich sing, dessen Brot ich ess‘: Great Britannia. In einer Gruppe, die einem vertraut ist, fühlen wir uns sicher. Wir sind gegen die Ansteckung unliebsamer Viren geschützt, haben wir doch alle den gleichen Ausweis.

Nicht ohne Grund wurde die „indische“ Variante des Virus als solche verboten.
Die Politik will nicht die Ursache des Rassismus, d.h. der Ausgrenzung von politischen Minderheiten, eben diese o. a. Neigung, die Gruppe, in der man sich sicher fühlt, durch ein Kriterium kenntlich zu machen, beheben. Man müßte sich sonst inhaltlich mit dem politischen Gegner auseinandersetzen und dafür fehlt es manchem Politiker an Mut, vielen am Intellekt.

Es ist besser Rassisten auszugrenzen, als gesellschaftliche Prozesse zu fördern, die die Nation, d. h. die Bevölkerung unseres Landes, befähigt, ohne den Oberschullehrer, ihre Geschicke selbst zu bestimmen.

Für die Rassisten: Beim Elfmeterschießen ist das Kriterium nicht die Hautfarbe sondern das Nervenkostüm. Erst wenn man das und nichts anderes erkennen will, vermag man etwas zum Guten zu wenden.

Eine Welt.

Die Vorstellung von der „Einen Welt“, zu deren Erhalt eine Ethik notwendig sei, die nur verordnet werden kann, da die vorherrschende Moral (die gelebte Ethik) ihr widerspricht, ist in sich widersprüchlich und daher ein Irrsinn, ein gepflegter Irrsinn, da sich in anderer Weise der Einzug von Wissenschaft und Künstlicher Intelligenz in die Politik des Staates nicht vermitteln läßt.

Als die Wissenschaft die Regeln entdeckte, nach welchen die eine oder andere Eigenschaft einer Pflanze, eines Tieres vererbt wird, hatte das als Resultat die unübertroffene Hosteiner Kuh aber auch den hüftlahmen Deutschen Schäferhund, Rassismus, Sklaverei und Herrenmenschentum. Die Freiheit der Wissenschaft wäre die Voraussetzung für eine moralisch integre Wissenschaft. So aber, da die Universitäten ihre Existenz nur bewahren können, indem sie ihre Seele verkaufen, an China wie man liest, an die Pharmaindustrie, an Google und Co. ist das wissenschaftliche Ergebnis Zwecken untergeordnet, die sich Moral wie Ethik entziehen.
Der Moral deshalb, weil die meisten Menschen die wissenschaftliche Begründungen nicht nachvollziehen können. Unserem katastrophalen Bildungssystem sei Dank.
Ethisch, weil den Menschen Vorgaben mit dem Hinweis auf deren Wissenschaftlichkeit aufgenötigt werden.

Die Freiheit der Wissenschaft findet auch dort nicht statt, wo die Ethik selbst ihr Gegenstand ist.

Wir sanktionieren fremde Staaten, Unternehmen usw. weil sie gegen die durch uns vorgegebene Ethik verstoßen haben. So wie wir gegen die moralischen Verfehlungen konkurrierender Unternehmen und Staaten vorgehen, so gehen wir gegen die moralischen Verfehlungen begangen durch Menschen, Gruppen in unserer Gesellschaft bei uns vor. Eine Rufmordkampagne löst die nächste ab.

Nun sollte man bei aller Mystik nicht vergessen, daß sich durch die sich moralisch rechtfertigenden Hetzjagden, Vorteile für die eine oder andere Partei, Unternehmung, den einen oder anderen Staatsapparat ergeben.

Diese Politik der westlichen Welt, mit ihren westlichen Werten vergißt, daß es dem Westen immer weniger gelingt, diese Werte selbst zu verkörpern bzw. ihre vermeintlichen Vorteile anderen Kulturen mitzuteilen. Der Ansatz, es genüge die eine oder andere Lichtgestalt wie Juan Guaido, Joshua Wong, Maria Kolesnikowa, Alexei Nawalny, Greta Thunberg in Szene zu setzen, um, flankiert von Empörungsmaschinerie, Aktionärsversammlungen, Embargopolitik und Militärparaden, ein besseres Regierungssystem zu installieren, funktioniert nicht, weil diese Lichtgestalten dieselben nicht sind, sondern Menschen, d.h. mit Fehlern behaftet.

Mächtigere Privatpersonen, die in der Gemeinde des weltweiten Kapitals ihr geistiges Zuhause gefunden haben und sich durch den Sturz der einen oder anderen nationalen Hierarchie einen Machtzugewinn erhoffen, sind physisch dennoch in ihrer nationalen Kultur verankert.

Es ist möglich, daß Assange in England zugrunde geht und es ist möglich daß Nawalny in Rußland zugrunde geht. Es bedarf also des Staates seine Dissidenten zu sanktionieren. Das ist der wunde Punkt der Theorie von der „Einen Welt“. Die Ausformung eines jeden Staates basiert auf einer nationalen Kultur. In England, den USA, China, Indien oder Rußland gelten ähnliche Ideale, doch unterschiedliche kulturelle Bedingungen ohne deren Kenntnis und Berücksichtigung können diese Ideale nicht in eine Form überführt werden, in denen sie ihre, die Weltgemeinschaft fördernde, Funktion erfüllen können.

Eine Außenpolitik die sich auf die permanente Zurechtweisung eines fremden Staates beschränkt, muß sich nicht wundern, wenn der gemaßregelte Staat das Gespräch abbricht, uns mit unserem diplomatischen Unvermögen alleine läßt, auf daß aus Russen Untermenschen werden oder aus Deutschen Hunnen.

Wir sind nicht die Experten was die US-amerikanische, chinesische, russische, indische oder ugandische Kulturen anbelangt. Die Geschicke anderer Staaten durch Interventionen zu beeinflussen ist auf Dauer unproduktiv. Unseren Staat, unsere Gesellschaft hingegen in einer Weise zu Demokratie und Wohlstand in einem funktionierenden Ökosystem zu entwickeln, die anderen ein Vorbild sein kann, ist für andere wie für uns wirklich alternativlos.

Es ist die Gesellschaft einer jeden Kultur selbst Mittel, Zweck und Ziel ihrer Entfaltung, ein Prozeß der nicht durch noch so kluge Einzelwesen, Kader oder Kollegien gestaltbar ist.

Tönnies oder?

Es gibt Parlamente, die Gesetze zu verabschieden haben, es gibt Ämter die die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben überwachen sollen, es gibt Unternehmensverbände, die ihren Mitgliedern Leitlinien vernünftigen Wirtschaftens liefern sollten, es gibt Gewerkschaften, die die Anliegen der Arbeitnehmer vertreten sollten, es gibt die Qualitätsmedien, die auf Mißstände aufmerksam machen sollten, es gibt Berufsgenossenschaften, Gesundheitsämter und mehr… als Alibi oder aus Tradition?

Es ist nicht nur so, daß diese Einrichtungen im Fall Tönnies (und nicht nur dort) versagt haben. Die Versager blasen auch noch zur Jagd auf Tönnies und erkennen nicht einmal die darin liegende Schäbigkeit ihres Verhaltens. In der freien Marktwirtschaft wird getreten, wer am Boden liegt. Nicht die staatlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen haben die lange geduldeten Praktiken Tönnies zur Diskussion gestellt, es war ein Virus. Vielen Dank Corona.

Besser als Nachtreten ist Nachdenken.

All jene, die es immer noch nicht gelernt haben, daß sie als Politiker, Gewerkschafter, Verbandsmitglieder, Beamte oder Journalisten alles dafür getan haben, Tönnies die Bahn zu ebnen, schelten heute, sofern es ihrem politischen Dogma entspricht, den Verbraucher, der nicht bereit sei, für Fleisch mehr Geld auf die Theke zu legen. Wo meine Damen und Herren, soll denn das Geld herkommen, wenn ihr Konstruktionen wie Leiharbeit und Werkverträge mit Sub-Sub-Sub-Unternehmen zulaßt, damit das Lohnniveau gesenkt werden kann?

Wir können unser Land nur durch eine einzige Politik wettbewerbsfähig halten und zwar durch Investitionen in die Arbeitskraft (auch – und zwar notwendigerweise – in die von Managern und Politikern), d.h. Heranbildung selbstbewußter, wissbegieriger und mutiger Menschen.