Herrschaftsinstrumente.

Es gibt Mittel und Wege eine demokratische Gesellschaft in eine totalitäre Diktatur zu verwandeln.

Hierzu bedarf es zweierlei: erstens einer permanenten Bedrohungslage und zweitens der Zerstörung des Vertrauens der Menschen in ihre eigenen Fähigkeiten.

Ersteres ist klar: der Russe, das Virus und der Chinese bedrohen uns. Dass die Menschen das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten verlieren erreicht man, indem dem Menschen attestiert wird, das eigene Immunsystem sei nicht in der Lage eine virale Infektion erfolgreich zu bekämpfen (was bei älteren Menschen und bei völlig neuartigen Viren auch oft der Fall ist).

Zum anderen schürt man das Klima der Überforderung durch eine verordnete Ethik, die die Menschen mit ihren, über die Jahrhunderte hinweg verinnerlichten, Vorurteilen konfrontiert.

Indem die Konfrontation, aus z.T. berechtigter Furcht vor den Konflikten, unterdrückt wird, verbaut man den einzigen Weg, sich der Vorurteile zu entledigen.

Wir haben zwar weiterhin Angst vor dem Fremden und Kranken, vermeiden es aber diese Angst zum Ausdruck zu bringen, um der gesellschaftlichen Ächtung zu entgehen.

Das überforderte Selbst schreit nach dem Medizinmann, der allmächtigen Mutter, dem allmächtigen Vater, die bzw. der das krankmachende Potential blockierter Aggression wohltuend für üble Zwecke ausnutzt.

Der Impfling erhält seine Freiheit zurück und der Rassist pöbelt nicht mehr gegen die Schwarzen sondern gegen die Chinesen.

Dem Vorgang unmerklich eingeschrieben ist die Übertragung der Eigenverantwortlichkeit an einen die Omnipotenz personifizierenden Schauspieler, d.i. Politiker.

Alternativ kann man sich erschießen oder in die Kirche gehen.
Die Hartgesottenen genießen Wind und Wetter in der frischen Natur.

Rassismus.

Rassismus ist eine antiquierte Form, die Schuld an dem eigenen tatsächlichen oder vorgeblichen Unvermögen jene Tore zu schießen, die der Schwarze nicht traf, anderen aufzubürden.

Damit wird im Falle des Unvermögens, die eigene Dummheit durch die Akzeptanz Gleichgesinnter erträglich und im Falle vorgegebenen Rassismus, lenkt der Rassismus von den eigenen Verbrechen ab. „Schuld ist der Jude.“

Da der Begriff Rasse heute nicht mehr auf Menschen angewandt werden darf, das Rasseweib möge uns verzeihen, kommt der dem Rassismus zugrunde liegende Mechanismus im anderen Gewandte daher.

Der Trick besteht darin eine Eigenschaft die der Gegner tatsächlich hat oder die man ihm zuschreibt (ausgenommen Herkunft und Hautfarbe) zu dem Kriterium zu machen, das geeignet ist, ihn als Gruppe auszugrenzen, z. B. die Rassisten.

Der Rassismus beruht auf der Neigung des Menschen, sich die Welt einfach zu machen. Wessen Lied ich sing, dessen Brot ich ess‘: Great Britannia. In einer Gruppe, die einem vertraut ist, fühlen wir uns sicher. Wir sind gegen die Ansteckung unliebsamer Viren geschützt, haben wir doch alle den gleichen Ausweis.

Nicht ohne Grund wurde die „indische“ Variante des Virus als solche verboten.
Die Politik will nicht die Ursache des Rassismus, d.h. der Ausgrenzung von politischen Minderheiten, eben diese o. a. Neigung, die Gruppe, in der man sich sicher fühlt, durch ein Kriterium kenntlich zu machen, beheben. Man müßte sich sonst inhaltlich mit dem politischen Gegner auseinandersetzen und dafür fehlt es manchem Politiker an Mut, vielen am Intellekt.

Es ist besser Rassisten auszugrenzen, als gesellschaftliche Prozesse zu fördern, die die Nation, d. h. die Bevölkerung unseres Landes, befähigt, ohne den Oberschullehrer, ihre Geschicke selbst zu bestimmen.

Für die Rassisten: Beim Elfmeterschießen ist das Kriterium nicht die Hautfarbe sondern das Nervenkostüm. Erst wenn man das und nichts anderes erkennen will, vermag man etwas zum Guten zu wenden.

Wording, Indentitätspolitik und Negativ Campaigning.

Man wirft Regeln willkürlich über Board und tut dies im eigenen Interesse, sofern man dazu in der Lage ist.

Der Mechanismus beruht auf der Entwertung der Sinne, Empfindungen, Vorstellungen und Erfahrungen des einzelnen Menschen, so daß an seiner Stelle ein Homunkulus (aus dem Repertoire vorgegebener Identitäten) entsteht, dem jeder, eines erwarteten Vorteils willen, entsprechen möchte wodurch er sich allerdings angreifbar und erpressbar macht.

Assoziationen.
Politiker besetzen Begriffe die positiv besetzt sind, in der Hoffnung, es färbe auf sie ab. Nun ist grüne Politik umweltfreundlich und umweltschädlich. Konkret ein batteriebetriebenes KFZ belastet die Umwelt, weil zu seiner Herstellung und zum Betrieb Energie aufgewendet werden muß und umweltschädliche, weil reaktionswirksame Materialien verwendet werden.

Forscher, Think Tanks, Fachleute.
Sie erläutern warum Krieg Frieden schafft und gut böse ist bzw. böse gut. Damit zentral gesteuerte Institutionen ins Handeln finden, müssen sie ihr Handeln durch entsprechende Beurteilungen (Zertifikate) rechtfertigen, sofern sie der Menschen zur Umsetzung bedürfen und sofern diese Menschen den Fachleuten oder Zertifikaten glauben.
Eine Debatte, zur differenzierten Betrachtung der Vorgänge, hindert die Umsetzung der Pläne, stellt sie infrage. An die Stelle der Bürgerbeteiligung am gesellschaftlichen Diskurs tritt der Glaube an die sich medial inszenierenden „Wissenschaftler“, die Glaubensgemeinschaft der Facebook-Followers.

Demokratie war ursprünglich ein Begriff der eine Ausdifferenzierung in der Persönlichkeitsentwicklung, in Gesellschaft, Wirtschaft und Staat als Prozess beinhaltete. Die Umsetzung eines Planes ist gleichbedeutend mit seiner Optimierung (Bildung).

Demokratie ist heute Umsetzung statt Bildung und es bleibt der Wettbewerb, um die Zustimmung für den einen oder anderen Repräsentanten (Leader) einer politischen Gruppe. Die bösen Leader nennt man Populisten oder begnadete Populisten, weil sie sich auch am Willen ihrer Wähler orientieren.

Durch das Wording werden Menschen diskriminiert, d.h. man definiert sie aufgrund der Begriffe, die auf sie und oft auch von ihnen angewendet werden. Wer sich ein solches Label umhängt, „grün“, wird angreifbar und das zu recht. Tempo 130 km/h fordern und 177 km/h fahren, obwohl 120 km/h erlaubt sind und dann noch lapidar rechtfertigend zu sagen: „Ich hatte es eilig“ läßt uns diesen Menschen als jemanden erscheinen, dem die Regeln und die Menschen egal sind, in der Hoffnung diese Arroganz verdecke seine Dummheit, etwas zu fordern (Tempo 130), was seinen eigenen Wünschen widerspricht (Freie Fahrt für freie Bürger).

Er ist nicht frei wie jeder der sich über ein Wort und nicht über seinen Charakter definiert. Ähnlich absurd ist es Antidiskriminierungsgesetze zu verabschieden, in der Hoffnung, hiermit mangelnde Empathie, d.h. die Fähigkeit sich im Anderen wiederzufinden, was jede Diskriminierung verhinderte, ersetzen zu können.

Negativ Campaigning:
Sie ist wirksam, da sie gerade die Beliebtheit einer anderen Gruppe von Menschen herab zu setzten vermag, weil dem Einzelnen die Urteilsbegabung entwertet wird, was ihn auf die vorgefertigte Ware (Beurteilungen) seines Leaders zurückgreifen läßt. Zertrümmerte gesellschaftliche Strukturen, Soziophobien schränken den Erfahrungsbereich ein und erschweren es zunehmend sich ein individuelles Bild vom Anderen zu machen wodurch erst Negativ Campaigning (auf deutsch: Rufmord) erfolgreich wird. Ich gehöre zu einer Gruppe (überhaupt), zu der Gruppe des guten Leaders (all lives matter) und bin deshalb mehr Wert wie du.

Negativ Campaigning funktioniert nur durch Zuschreibungen (Wörter) die Person des davon betroffenen zu verdecken und dies umso mehr, je mehr sich diese Person auf das Glatteis begab, sich mit einem fremden Label zu schmücken. So wird eine Doktorarbeit vom Schmuck zum Debakel oder der Deutsche mit Migrationshintergrund zum Islamisten.

Nachtrag 1:

Wie auf’s Stichwort veröffentlichte der DLF am 23.05.2021 den Artikel: „Chancen und Hürden der Diversität“ von Vivien Leue.

„In deutschen Parlamenten hat nur höchstens jeder zehnte Abgeordnete einen Migrationshintergrund. Parteien wollen diesen Anteil durch freiwillige Selbstverpflichtung erhöhen.“

„Repräsentation wird immer noch unterschätzt“.
Zurecht, denn: Die Abgeordneten sollen nicht repräsentieren, dafür gibt es den Bundespräsidenten; sie sollen die Regierungsvorlagen (Gesetze, Haushalt,…) öffentlich beurteilen, akzeptieren oder ablehnen.

Daß dies heute in einer Geschwindigkeit geschehen kann, die dem Wähler keinerlei Möglichkeit läßt, diese Entscheidungen nachvollziehen oder auch nur verfolgen zu können, ist eine Ursache für den Niedergang unserer Demokratie.

Eine zweite ist es, dem Souverän, dem Wähler, vorzugaukeln, wenn er denn den passenden Repräsentanten (Avatar) habe, würde alles besser werden.

Selber leben und lieben, selber denken und sich selber um die Belange der Gesellschaft kümmern tut Not.

So wie es gewiß ist, daß sich kein Repräsentant finden wird, der an unserer Stelle in den Tot geht, so gewiß sollte sein, daß es kein Repräsentant geben wird, der unsere Belange hinreichend vertreten wird, es sei denn, wir schauen ihnen auf die Finger, was umso besser möglich ist, je weniger wir uns unsere Sicht von den als Nebelgranaten konzipierten „Hintergrundberichten“ beeinträchtigen lassen.

Nachtrag 2:

Das Handelblatt meldete am 26.05.2021:

„BUNDESVERFASSUNGSGERICHT

Karlsruhe pocht auf umfassende Einbindung des Bundestags in EU-Fragen

Im Juli 2015 beschließen die Euro-Staaten nach langen Verhandlungen ein neues Hilfspaket für Griechenland. Rückblickend gibt es aber ein Problem: Der Bundestag wurde zu spät informiert.“

Der Virus, der Michel und die Psyche.

Maßvolles Handeln in der Bekämpfung der Corona-Epidemie ist geraten. Das höchste Gut unserer Gesellschaft ist die Aufrechterhaltung der demokratischen Rechte. Wir erleben Konflikte zwischen Regierung und Parlament. Das Parlament fordert eine Mitsprache hinsichtlich der zu treffenden Maßnahmen. M. E. ist dies kontraproduktiv, da mit unserem föderalen System nicht vereinbar. Deutschland ist kein zentralistisch geführter Staat und soll es auch nicht werden.

Wir erleben Konflikte zwischen der Justiz und den Regierungen. Demonstrationsverbote, Beherbergungsverbote und die eine oder andere wirre Maskenverodnung wurden per Gerichtsentscheid gekippt.

Wir erleben Konflikte zwischen Politik und großen Teilen der Bevölkerung denen die Einschränkungen ihrer Rechte zu weit gehen.

Wir sehen eine zu Recht geführte heftiger Kritik an den Medien, die es verlernt haben, den vielen unterschiedlichen Stimmen in der Bevölkerung einen Raum zu geben.

Die Stärke unseres Landes gründet in seiner Fähigkeit, diese Konflikte und widerstreitenden Ansichten als die Quelle zu betrachten, die erfolgreiches Regieren erst ermöglicht. Die Anzahl der Blickwinkel unter denen ein Sachverhalt betrachtet werden kann, liefert das Maß für den Grad in dem wir ihn zu erkennen vermögen.

Es ist nicht die Wissenschaft alleine, es ist nicht die Regierung und nicht das Parlament, es ist der Staat, seine Behörden, es sind die Mediziner und die Menschen, deren Erfahrungen und Stimme zählen.

Unser ineffizientes Gesundheitssystem erweist sich mit seinen vielen Hausärzten als der Segen, den sich klinikzentrierte Gesundheitssysteme nicht mehr leisten wollen. Wir leisten uns trotz des eingesetzten Abbaues immer noch eine relativ hohe Anzahl verfügbarer Krankenhausbetten.

Neben der Schulmedizin, die Tabletten und Therapien an den Kunden bringt, gibt es Ärzte und Scharlatane, die anders ausgerichtet Erfahrungen bewahren und weiterentwickeln, von denen die eine oder andere zu erhalten sinnvoll ist.

Die Gesundheitsämter tun ihr bestes und sollte man sie von dem Irrsinn befreien, gegen einzelne Maskenverweigerer gerichtlich vorgehen zu müssen, fänden sie auch wieder die Zeit, ihrer eigentlichen Bestimmung nachzukommen.

Das Testen von Menschen, ob sie infiziert sind oder nicht sollte und wird hoffentlich zu der Erkenntnis geführt haben, bei welchen Anlässen getestet wird und bei welchen nicht aber auch dazu, die Umstände herausgefunden zu haben, die ein besseres Verständnis der Ausbreitung des Viruses erlauben.

Unser Reichtum liegt nicht im Geld, sondern im Vermögen das uns unsere Geschichte in guten und in schlechten Zeiten hinterlassen hat.

Letztendlich ist die Gattung Mensch durch den Virus nicht bedroht. Menschen verfügen über Verstand, von dem Gebrauch zu machen angeraten ist, auch über ein Immunsystem, das sich mehrere tausend Jahre hinweg entwickelt hat. Bedroht ist der Mensch, der das vergißt. Bedroht ist der Mensch, der nicht unter Menschen sein darf, sprich: Eine starke Psyche sorgt für ein starkes Immunsystem.

Der maskierte Rassist.

Eine Spaltung der Gesellschaft nach Hautfarbe ist verpönt. Eine Spaltung der Gesellschaft nach Einkommen modern und eine Spaltung der Gesellschaft in gut und böse verlangt. Den Bösen bleiben wir fern.

Wer böse ist bestimmt die halbstündliche Mediendusche, nicht zuletzt auch, weil die Politik ihr Geschäft verlernt hat. Man sieht sich gefährdet dadurch, daß sich der Bürger eigene Ansichten gönnt. Normal ist das nicht.

Normal ist aber das, was am Ende ausgemittelt wird aus einer Bandbreite vieler zum großen oder kleinen Teil richtiger oder sogar komplett falscher Ansichten. Doch dürfen diese Ansichten nicht unreflektiert in eigenen Universen ihr Dasein fristen, ihre Vertreter müssen zueinander in einen Dialog treten!

Er gehört nicht zur Community und liegt deshalb falsch, meinte einst ein Virologe. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sang Franz Josef Degenhardt. Die Spaltung der Gesellschaft erfolgt nicht mehr nach biologischen Kriterien. Frauen dürfen Kriegsminister werden. Die Spaltung der Gesellschaft erfolgt aber weiterhin!

Sie erfolgt, weil wir in uns selbst gespalten sind. Wir sind böse! Wir sind auch gut. Böse wollen wir nicht sein und noch bevor wir den eigenen Verschwörungstheoretiker in uns erkannt haben, beginnen wir ihn im öffentlichen Diskurs auszurotten, jedenfalls solange wir unseren Arbeitsplatz im Sender, bei der Zeitung etc. nicht verloren haben. Werden wir entlassen, so nicht aufgrund unserer hochglanzpolierten Einfältigkeit sondern, weil man sich gegen uns verschworen hat.

Am Anfang war, ist und bleibt das Wort. Das erst ermöglicht einen Prozeß an dessen Ende wir uns Mensch schimpfen können. Wo Worte nicht reichen, weil der Gatte mit dem Smartphone spielt, fliegen Töpfe und in der Gesellschaft Projektile.

Ein Chor klingt harmonisch, in seiner Vielstimmigkeit. Ohne Üben geht das nicht und der gute Dirigent Knappertsbusch meinte einst: Die Musiker in diesem Orchester wissen wie man spielt.

Weil sie geübt haben, denke ich, und zwar auch ohne Knappertsbusch. D. h. das Wort bedarf eines oder zweier Ohren und das was dazwischen liegt, wird sich bilden. Reflektion und Empathie wurden nicht ohne Grund von der Natur ins Spiel gebracht.

Zuhören statt denunzieren, auch wenn mir letzteres mehr Freude bereitet. Erst wenn wir in der Schule dem Schüler seinen Mut honorieren, auf die Frage nach 2 + 2 mit 5 zu antworten, wird der sich mit Freude daran erinnern, wie er das Rechnen gelernt hat. Er wird aber bei künftigen Fragen nicht die Klappe halten und auch dann auf die Strasse gehen, wenn ihm das richtige Ergebnis, die richtige Haltung nicht vorgegeben wurde, damit die Politik, falls sie ein dringliches Thema vernachlässigt hat, vom Souverän lernen kann.

Mutige Kinder kommen auf die Welt und rufen dadurch auch unbegründete Ängst ihrer Eltern hervor, die nichts unversucht lassen, mit lieben Worten und anderen Anzeizen, diese Ängste auf die Kinder zu übertragen. Wer hat Angst vorm schwazen Mann? Wer hat Angst vor der gelben Gefahr? Wer hat Angst vor Wladimir Putin? Belohnt wird, wer nicht mit Putin spricht, mit den Chinesen handelt. Sanktioniert wird, wer die Schranken zwischen den Völkern abbaut.

Angst davor durch Sanktionen die Weltwirtschaft abzuwürgen haben wir nicht.

Die Krise hat erst begonnen.

Die Geschichte der Corona-Krise begann, mit der Verharmlosung der Auswirkungen des Viruses durch Jens Spahn und des Robert Koch Institutes. In welchem Maße das Virus um sich gegriffen hat, läßt sich mangels fundierter Zahlen nicht feststellen. Feststellbar wurde, daß das kostenoptimierte Gesundheitssystem angesichts der Opfer des Viruses an seine Grenzen stößt. Das hat etwas damit zu tun, daß Krankenhäuser in kommunaler bzw. öffentlicher zugunsten jener in privater Trägerschaft abgeschafft wurden. Es hat etwas damit zu tun, daß die Medikamente kostengünstig in China und Indien hergestellt werden und bei uns zur Mangelware werden. Abhilfe soll laut Maas eine europaweite App liefern, die unsere privaten Kontakte darauf hin überprüfen, ob wir mit jemandem zusammenwaren, der mit dem Corona-Virus infiziert ist. Abhilfe soll ein Zertifikat von Bill Gates schaffen, daß es nur denjenigen, die es erhalten haben, ermöglicht Flugreisen zu unternehmen.

Ein Staat bedarf zur Sicherung seiner Existenz einer Infrastruktur, im Gesundheits- bzw. Sozialwesen, im Verkehrs- u. Nachrichtenwesen, der Energieversorgung, im Justizwesen sowie der inneren und äußeren Sicherheit. Hier wurden in den fetten Jahren Pfründe verscherbelt. Dieser Staat bedarf dieser Infrastruktur um seine Bürger zu schützen aber auch um die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die keinen unbegrenzten Zugang zum internationalen Kapitalfluß haben, am Leben und am Arbeiten zu halten. Diese Unternehmen bedürfen Kredite, die zu 100% von den Ländern oder vom Staat abgesichert sind. Eine Pleitewelle dieser Unternehmen reist die spekulationsfernen Sparkassen und Genossenschaftsbanken in den Ruin. Wer wie so oft, Einzelfälle des Mißbrauchs anführt, um diesen notwendigen Geldzufluß zu stoppen, spielt mit der Existenz des Staates.

Die Grundrechte in unserem Land sind teilweise außer Kraft gesetzt. Gerichte – nicht die Politiker – sorgten dafür, daß das Demonstrationsrecht, wenn auch unter starken Auflagen, erhalten blieb. Das Grundgesetz ist zwar geschwächt aber am Leben. Einschränkungen müssen sein und sie werden über Jahre hinaus gelten. Die Akzeptanz dieser Einschränkungen ist abhängig, vom Wohlstand der Menschen und hier vor allem des Mittelstandes. Auch wenn die grün geführte Regierung in Baden-Württemberg das Polizeirecht verschärft hat, wird ein noch so starker Polizeieinsatz nichts nutzen, wenn die Versorgung der Menschen mit dem Notwendigsten zusammenbricht. Die Globalisierung macht es möglich.

Dem Pluralismus in der Bundesrepublik Deutschland verdanken wir es, lokal angemessene Maßnahmen zum Schutz der Gesellschaft vornehmen zu können. Es ist ein Witz, wenn Schulen in Gebieten mit einer hohen Infektionsrate geöffnet werden müssen, nur weil sich im überwiegenden Teil des Landes die Situation anders darstellt. Stümperhaftes Handeln in einem Bundesland kann durch das Beispiel, das andere Bundesländer geben, korrigiert werden. Zentrales Stümpertum nicht. Nicht zuletzt wählten die Väter des Grundgesetzes den föderalen Staatsaufbau zum Schutz der Demokratie.

Die öffentliche Hand kann jetzt dafür sorgen, daß sich kleine und mittlere Unternehmen ökologisch ausrichten, d.h. nicht Wärmedämmung sondern ökologisch vertretbare Verfahren, Vernetzung und Produkte, die Einführung neuer Energieträger und damit meine ich nicht Batterien, die vom Wohl derjenigen Kinder in Afrika abhängen, die früh schon tot, die Rohstoffe zur Batteriefertigung mit blutigen Händen aus der Erde klauben.

Diese Krise beinhaltet Gefahren aber auch neue Möglichkeiten. Bewahren wir unsere breit aufgestellte Wirtschaft, lieber einen alten Leuchtturm opfern, als das kreative Potential Vieler. Bewahren wir unser Grundgesetz, den Pluralismus und den kontroversen Meinungsaustausch in den Medien.