Eroberungskriege.

Eroberungskriege werden mit allerlei Legenden umwoben. Legenden, die einen bestimmten Eroberungskrieg einstmals zu rechtfertigen suchten, werden von Historikern und Politikern im Verlaufe der Zeit dem aktuellen Begehren angepaßt.

Als ein Beispiel mag die Ostgrenze Frankreichs dienen. Frankreich profitierte, als militärischer Arm der katholischen Kirche, vom 30-jährigen Krieg, indem es die „urdeutschen“ Bistümer Metz, Toul und Verdun, die Grafschaften Ober- und Niederelsaß und die Stadt Breisach annektierte. Kardinal Richelieu erfand nun den Rhein als natürliche Ostgrenze Frankreichs.

Dieser Vorstellung folgend weiteten die französischen Regenten ihren Herrschaftsbereich schrittweise nach Osten aus. Einmal am Rhein machten die Franzosen gegen die Niederlande vom Argument Gebrauch, ihre unverschämte Lage am Rhein sei ein „Wettbewerbsnachteil“ für die französischen Merkantilisten, so Jean Baptist Colbert. Der von Colbert erfundene Merkantilismus lebte von Schutzzöllen auf Importe und billigem Export der eigenen Güter.

Mit dem Sturz der Monarchie in Frankreich wurde der Nationalsmus erfunden. Nicht der König war die integrierende Macht seiner Besitzungen, sondern die Nation. Die Kriege der Nation bedurften einer neuen Legende.

Napoleon verteidigte erst die Republik, dann die Bürgerrechte bis nach Moskau. Der Kaiser der Franzosen kann somit als Erfinder des modernen Narrativs gelten, das heute noch verwendet wird, um den Barbaren im Orient und anderswo die Menschenrechte schmackhaft zu machen.

1871 wurde Elsaß-Lothringen dem Deutsche Reich eingegliedert. Begründung: Ein linksrheinischer Brückenkopf beuge einen französischem Angriff, wie zu Zeiten Napoleons erlebt, vor. Das war literarisch nicht zu verkaufen. Die einsetzenden deutschtümelnden Verbrämungen verschlimmerten den Sachverhalt und schwächten die Bemühungen, die sich deutsch nennenden Menschen mit den sich französisch nennenden Menschen zu versöhnen.

Eine Orientierung für deutsche und europäische Politik.

Ein Grandseigneur der deutschen Politik, das SPD-Mitglied, das Mitglied der Atlantikbrücke, Klaus von Dohnanyi, Bildungsminister unter Willy Brandt, später Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, hat unsere Achtung nicht nur durch ein langes verdienstvolles Leben gewonnen, im Alter von 93 Jahren versucht er uns durch sein Buch “Nationale Interessen. Orientierung für deutsche und europäische Politik in Zeiten globaler Umbrüche” dazu anzuregen, die gegenwärtige deutsche Außenpolitik zu überdenken.
Das historisch fundierte Buch läßt keinen Zweifel daran, daß die gegenwärtige Politik der Eskalation durch einen friedvollen Prozess einer Diplomatie in nationalem und europäischen Interesse abgelöst werden muß.

Herrschaftsinstrumente.

Es gibt Mittel und Wege eine demokratische Gesellschaft in eine totalitäre Diktatur zu verwandeln.

Hierzu bedarf es zweierlei: erstens einer permanenten Bedrohungslage und zweitens der Zerstörung des Vertrauens der Menschen in ihre eigenen Fähigkeiten.

Ersteres ist klar: der Russe, das Virus und der Chinese bedrohen uns. Dass die Menschen das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten verlieren erreicht man, indem dem Menschen attestiert wird, das eigene Immunsystem sei nicht in der Lage eine virale Infektion erfolgreich zu bekämpfen (was bei älteren Menschen und bei völlig neuartigen Viren auch oft der Fall ist).

Zum anderen schürt man das Klima der Überforderung durch eine verordnete Ethik, die die Menschen mit ihren, über die Jahrhunderte hinweg verinnerlichten, Vorurteilen konfrontiert.

Indem die Konfrontation, aus z.T. berechtigter Furcht vor den Konflikten, unterdrückt wird, verbaut man den einzigen Weg, sich der Vorurteile zu entledigen.

Wir haben zwar weiterhin Angst vor dem Fremden und Kranken, vermeiden es aber diese Angst zum Ausdruck zu bringen, um der gesellschaftlichen Ächtung zu entgehen.

Das überforderte Selbst schreit nach dem Medizinmann, der allmächtigen Mutter, dem allmächtigen Vater, die bzw. der das krankmachende Potential blockierter Aggression wohltuend für üble Zwecke ausnutzt.

Der Impfling erhält seine Freiheit zurück und der Rassist pöbelt nicht mehr gegen die Schwarzen sondern gegen die Chinesen.

Dem Vorgang unmerklich eingeschrieben ist die Übertragung der Eigenverantwortlichkeit an einen die Omnipotenz personifizierenden Schauspieler, d.i. Politiker.

Alternativ kann man sich erschießen oder in die Kirche gehen.
Die Hartgesottenen genießen Wind und Wetter in der frischen Natur.

Schuld und Regen.

Alle Jahre wieder kommt es zu Überschwemmungen und dies in wachsendem Ausmaße. Wir wissen auch was wir tun müssen, um diesen und anderen Umweltkatastrophen zu begegnen: Die Menschen entmündigen und die Menschheit spalten. Da der Mensch an allem Schuld ist, bis auf die wenigen, die sich anmaßen, zu wissen wo es lang zu gehen hat.

Konkret: Unsere Innenstädte verweisen und der Discounter findet sich dort, wo sich früher Wiese und Acker- oder Brachland fanden. Boden ist ein Spekulationsobjekt, ein knappes Gut und die Bodenpreise steigen und weil sie steigen müssen Erträge her, die ein Bauer nicht erzielen kann.

Hochwertige Wohnungen müssen her, die leer stehen, weil sie sich keiner leisten kann, die aber in den Bilanzen der Immobilienwirtschaft für hohe Aktienkurse und billiges Geld sorgen.

Diese Beispiele mögen genügen, um mit dem Finger auf die Chinesen zu weisen, die böse wie sie sind, als erste dem Batterie gespeisten Elektroauto einen nennenswerten Markt verschafften, den deutschen(?) Autobauern die schnelle Amortisation der Investitionen in die Millionen von Kubikmeter Wasser fressende Akku-Produktion erlaubend, ansonsten aber ihre Ökostrohhalme in Plastik verpackt als Beitrag für die Umwelt… oder sind wir das?

Wir spalten die Gesellschaft, zeigen mit den Fingern auf den Nachbarn, den Polen, den Russen, den Proll und den Dandy. Alle sind schuld, weil keiner die Spitzhacke in die Hand nimmt, um die Erde von Beton und Asphalt zu befreien. Wir greifen wöchentlich zum Rasenmäher, mit seinen 5 PS oder kW, um Herr der Wildnis zu werden und legitimieren mit unserem Irrsinn den politischen Wahnsinn uns, die wir trotz aller Über- und Verformung noch ein Stück Natur sind, wie die Wildnis selbst, in Beton, zu gießen.

Kurz: Wer beim Anblick des Bundeskanzleramtsgebäudes nicht tot umfällt, hat nie gelebt.

Dem Starkregen ist es egal, ob wir die richtige Weltanschauung haben.

Rassismus.

Rassismus ist eine antiquierte Form, die Schuld an dem eigenen tatsächlichen oder vorgeblichen Unvermögen jene Tore zu schießen, die der Schwarze nicht traf, anderen aufzubürden.

Damit wird im Falle des Unvermögens, die eigene Dummheit durch die Akzeptanz Gleichgesinnter erträglich und im Falle vorgegebenen Rassismus, lenkt der Rassismus von den eigenen Verbrechen ab. „Schuld ist der Jude.“

Da der Begriff Rasse heute nicht mehr auf Menschen angewandt werden darf, das Rasseweib möge uns verzeihen, kommt der dem Rassismus zugrunde liegende Mechanismus im anderen Gewandte daher.

Der Trick besteht darin eine Eigenschaft die der Gegner tatsächlich hat oder die man ihm zuschreibt (ausgenommen Herkunft und Hautfarbe) zu dem Kriterium zu machen, das geeignet ist, ihn als Gruppe auszugrenzen, z. B. die Rassisten.

Der Rassismus beruht auf der Neigung des Menschen, sich die Welt einfach zu machen. Wessen Lied ich sing, dessen Brot ich ess‘: Great Britannia. In einer Gruppe, die einem vertraut ist, fühlen wir uns sicher. Wir sind gegen die Ansteckung unliebsamer Viren geschützt, haben wir doch alle den gleichen Ausweis.

Nicht ohne Grund wurde die „indische“ Variante des Virus als solche verboten.
Die Politik will nicht die Ursache des Rassismus, d.h. der Ausgrenzung von politischen Minderheiten, eben diese o. a. Neigung, die Gruppe, in der man sich sicher fühlt, durch ein Kriterium kenntlich zu machen, beheben. Man müßte sich sonst inhaltlich mit dem politischen Gegner auseinandersetzen und dafür fehlt es manchem Politiker an Mut, vielen am Intellekt.

Es ist besser Rassisten auszugrenzen, als gesellschaftliche Prozesse zu fördern, die die Nation, d. h. die Bevölkerung unseres Landes, befähigt, ohne den Oberschullehrer, ihre Geschicke selbst zu bestimmen.

Für die Rassisten: Beim Elfmeterschießen ist das Kriterium nicht die Hautfarbe sondern das Nervenkostüm. Erst wenn man das und nichts anderes erkennen will, vermag man etwas zum Guten zu wenden.

Laschet und Söder.

Armin Laschet und Markus Söder stritten um die Kanzlerkandidatur. Das war nicht nur interessant mitzuerleben, es war auch das, wovon eine Demokratie lebt, nämlich vom öffentlichen Wettstreit der Menschen und ihrer Ideen. Diese Auseinandersetzung kennt keinen Verlierer, da beide Politiker der Presse nicht auf den Leim gingen sondern ihre Rivalität zwar entschieden aber redlich austrugen.

Wie dumm glauben einige Journalisten, daß ihre Leser sind, wenn sie nun ernsthaft bemängeln, daß die Union noch kein Wahlprogramm hat? Wer einen Tag nachdem der Kandidat auf’s Schild gehoben wurde ein Wahlprogramm erwartet, geht davon aus, daß in diesem unseren Land demokratische Prozesse nicht mehr stattfinden. Denn wenn ein Programm unabhängig von dem Kandidaten, der es umsetzen soll entsteht, läßt sich dieser Kandidat nur als Marionette denken.

Wählen die Menschen brav wie sie sind, das, was diese Presse in einer Subtilität an den Mann, die Frau zu bringen sucht, die einem alleine schon vom Wegschauen Übelkeit bereitet, bekommen wir eine grüne Bundeskanzlerin plus Scholz.

Bleibt zu hoffen, daß sich Markus Söders Blick, ohne die Last einer Kanzlerkandidatur, weitet und er mit einem Feuerwerk innovativer Ideen zeigt, was ihm am ehesten liegt: Mit seiner Person für vernünftige Vorschläge zu werben, in Bayern und über Bayern hinaus. Söder bringt Farbe in die Union. Laschet, die Solidität.

Er hat gezeigt, daß er das Format besitzt, die Politik unseres Landes zu gestalten.

Ob uns diese Politik gefallen wird, bleibt abzuwarten. Das Programm kommt erst noch.

Die Wahlstrategen.

„Wir wissen wie man einen Wahlkampf gewinnt“, sagte einst eine PR-Agentur und managte den an und sich recht sympathischen Martin Schulz in den Abgrund. Vier Jahre nach diesem PR Debakel kennt den ehemals als Kanzlerkandidat antretenden Sozialdemokraten kaum einer mehr.

Nun haben die Linken einen weiteren Eckstein ihrer Programmatik der Eitelkeit geopfert. Im linken Lager war man schon immer sicher, mit den eigenen Überzeugungen keine Wahl gewinnen zu können und trachtete von jeher danach Bündnispartner zu gewinnen.

Der Mythos, von dem die Friedenspartei, die nun auch Bundeswehreinsätze im Ausland akzeptiert, ist tot; der Mythos von der Arbeiterpartei durch die oberschlaue Intelligenzlern zerschlagen. Nichts hindert mehr den Blick auf die Realitäten dieser Partei. Hier hilft die beste PR nichts.

Es gibt wichtigeres als eigene, ethischen Grundsätzen entsprungene Überzeugungen. Die Moral wird über Board geschmissen, winkt die Karotte, die im Falle der Linken nichts weiter, als das Schmeicheln von Eitelkeiten sein dürfte.

Das ist bei den Grünen nicht anders. Doch der grüne Mythos lebt noch, dank der grünen ETFs (Geldanlagefonds), die dem gutbürgerlichen Mittelständler in Frieden mit der Welt schlafen lassen. Biedermann lebt.

Markus Söder steigt in den Ring, um Kanzler zu werden. Die CSU hat viele gute Vorschläge unterbreitet, war zu Beginn der Corona-Krise offen für jeden vernünftigen Vorschlag, die Schäden für die Wirtschaft und die Auswirkungen der Pandemie auf die Gesundheit der Menschen zu minimieren.

Viele dieser Vorschläge sind im Sande verlaufen und ein Tunnelblick wird wahrnehmbar, umso deutlicher, je näher die Wahlen rücken. Diskutiert wird nicht mehr die grüne Plakette, die abgasarmen PKWs die Innenstädte öffneten, sondern die grüne Plakette für den auf Corona negativ getesteten Menschen, um ihm den Zutritt zu den Einzelwarenhändlern zu ermöglichen (damit die endlich vom Tropf des Olaf Scholz weg kommen und bankrott machen).

Söder begründet seinen Schritt sich für das Kanzleramt zu bewerben nicht zuvörderst damit, die bessere Politik zu machen sondern mit den Umfragewerten, die er gestern erzielte. Wie schnell sich das Blatt wenden kann, zeigt das Masken-Event, ausgelöst von einigen Politikern, die vermutlich nicht einmal gegen das Recht verstießen sondern NUR gegen die Moral.

Markus Söders Rolle wird es sein, die politische Landschaft in einer Weise zu polarisieren, die am Ende ein grün-rot und weniger rotes Bündnis als Sieger über die Ziellinie gehen läßt.

Polarisierung, Aufbauschen von Nebensächlichkeiten, Themen besetzen und der Dinge mehr, wiegen stärker als persönliche Integrität und die Fähigkeit gute Politik zu gestalten. Das funktioniert, es funktioniert aber immer schlechter – weil nicht konsistent, bzw. auf deutsch in sich widersprüchlich.

Oder: Wenn die Qualität der Politik nicht mehr hinreicht, Wahlen zu gewinnen, wird sich das trotz bester PR herumsprechen.

Journalismus und Medizinmänner.

Der Medizinmann wirft die Knochen in die Luft. Sie fallen auf die Erde zurück und geben ein Muster ab, das angeblich dem Medizinmann die Zukunft offenbare, die er dann dem, auf die Knochen schielenden, Publikum, mitteilt.

Die Knochen sind die Gefäße, der Medizinmann der Journalist und das Publikum ist der Depp.

Das Ritual selbst ist fauler Zauber, wenn auch nützlich, die Ansichten der sich Zauberer dünkenden Kaste von Pharisäern und Schriftgelehrten und deren Absichten zu erkennen.

Prinz Charles zum Volkstrauertag.

Anläßlich des Volkstrauertages hielt Seine königl. Hoheit Prinz Charles eine Rede vor dem Bundestag.

Am Tage nach seinem Geburtstag nahm der Prinz von Wales die Reise nach Berlin auf sich, um uns Deutschen aber auch den Briten was zu sagen? Es mußte ihm wichtig sein, sonst wäre er nicht gekommen.

Nach dem Brexit ist die „Gestaltung dieser Beziehung [zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich] … Gegenstand von Verhandlungen zwischen unseren Regierungen, und ihr Wesen wird durch die anhaltenden Verbindungen zwischen unseren Völkern bestimmt.“ So der Prinz von Wales.

In einem Rückblick auf die lange Geschichte deutsch-britischer Beziehungen, hob er hervor, daß im 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert viele Briten in Deutschland studierten. Beide Länder hätten mit Bewunderung auf das jeweils andere Land geblickt. Deutsch war zeitweilig die erste Fremdsprache der Briten.

Und so hielt Prinz Charles die Hälfte seiner Rede in der deutschen Sprache, gleichwohl er sie nur unzureichend beherrscht. Doch die Verwendung der deutschen Sprache mußte einem jeden Briten ins Auge springen, zudem dem einen oder anderen Deutschen, der mit Kleist, Schiller und Goethe mit den Romantikern und Aufklärern nichts mehr zu verbinden vermag.

Prinz Charles vergaß nicht seinen Vorfahren Prinz Albert zu erwähnen. Fragen wir uns, womit hat dieser Deutsche das Herz Königin Victorias, wie zudem, und das bis heute, die Herzen vieler Engländer erobert?

„Niemand ist eine Insel, in sich ganz; jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents, ein Teil des Festlandes“, zitierte Prinz Charles den englischen Dichter John Donne. Ob wir Deutschen den Briten, die, nachdem sie lange Zeit Corona unterschätzt hatten, nun die bürgerlichen Freiheiten in einem Maße mit Füßen treten, das selbst die Bemühungen der deutschen Oberlehrer in den Schatten stellt, ein Vorbild sein können, entscheidet sich im Umgang mit den Andersdenkenden.

Prinz Charles sagte, ohne Corona zu erwähnen: „Wir müssen wachsam bleiben angesichts von Bedrohungen für unsere Werte und Freiheiten; und müssen uns unermüdlich für gegenseitiges Verständnis und Respekt einsetzen. Gegen Akte unsagbarer Grausamkeit gegen Menschen aufgrund ihrer Religion, ihrer ethnischen Herkunft oder ihrer Überzeugungen müssen wir, wo auch immer sie auf der Welt geschehen, entschieden vorgehen.“

Soweit so gut. Außerordentlich brilliant wurde der britische Thronfolger als er den kürzlich verstorbenen, ehemalige Großrabbiner des Vereinigten Königreichs, Rabbi Lord Sacks mit den Worten zitierte, daß „eine Zukunft der Versöhnung – zumindest zu einem gewissen Maße – die Vergangenheit rückwirkend tilgen kann“.

Andernfalls, so der Prinz von Wales „verschlimmern wir nicht nur vergangene Verfehlungen und verstärken ihre Wirkung, sondern enttäuschen auch all jene, die für eine bessere Zukunft gekämpft und dafür ihr Leben gelassen haben.“

Konkret, wer Schlägertrupps als ANTIFA losschickt, die vermeintliche oder tatsächliche, rechtsradikale Bürger zusammenschlagen oder durch das Stören friedlicher Demonstrationen (wie in Leipzig, als, um ein Detail zu nennen, durch den Wurf einer Flasche ausgerechnet ein eher links orientierter Journalist verletzt wurde) eine Eskalation mit der Polizei provozieren, ist intellektuell Äonen hinter dem Prinzen von Wales zurück, hilft uns aber zu verstehen, wie wir es nicht machen sollten!

Die Vergangenheit gilt es zu erinnern, gerade in Deutschland, sie zu verarbeiten bedeutet einem jeden Menschen mit Respekt zu begegnen, Gewalt nicht mit Gegengewalt sondern mit Vernunft zu beantworten, das Selbstbewußtsein der Menschen zu fördern, wie ihren Sinn für die Notwendigkeiten der Gegenwart, die Sprache im Disput zu pflegen, damit es der Flaschen nicht mehr bedarf.

Es überrascht nicht, daß der Prinz von Wales seine Überzeugung äußerte, daß Deutsche und Briten „gemeinsam an innovativen und praktischen Lösungen für die Herausforderungen arbeiten, mit denen wir uns auf der Welt konfrontiert sehen – die Weltgesundheit und die Impfstoffentwicklung, sauberes Wachstum und erneuerbare Energien, den Schutz der Wälder und der Biodiversität, und Klimaschutz in Entwicklungsländern.“

Das sollten wir anstelle der gegenwärtig hier wie da betriebenen politischen Spielchen denn auch tun.

Verschwörungstheorien.

1689 floh der sächsiche Naturphilosoph Christain Thomasius nach Berlin. Auf seinen Einfluß hin und aus eigener Überzeugung ließ der Soldatenkönig die Hexenverbrennungen verbieten. Die mit dem Teufel im Bunde stehenden Hexen wurden lange Zeit bemüht, die Dummheit der Mächtigen zu bemänteln: Schuld an der Not vieler wäre z. B. nicht Mißwirtschaft sondern Unglaube und Hexentum.

An Hexen und Teufel glaubt heute kaum noch jemand. Wir dünken uns klüger und der Teufel, wie die mit ihm im Bunde stehenden, bösen Mächte sind aus der Hölle aufgestiegen und fristen ihr übersättigtes Leben im Diesseits.

Es ist wahr, daß es Menschen mit gemeinsamen Interesse gibt, die sich zusammen finden, ihre Interessen zu vertreten. Darunter gibt es solche, die auf Kosten der Gesellschaft ihr Süppchen kochen und solche, die im Interesse der Gesellschaft ihr Süppchen kochen.

Schlimm ist es, daß die Kastenbildung in unserer Gesellschaft vorangetrieben wird. Wer nicht dazu gehört, hat verloren. Die, die verlieren kultivieren Verschwörungstheorien und die, die gewinnen nutzen diese Theorien, ihre Kritiker zu verunglimpfen. Das ist das Spiel.

Hier mitzuspielen lohnt nicht! Diese Welt gilt es unvoreingenommen zu betrachten und im Sinne des Lebens auf diesem Planeten zu bewerten. Eine solche, sachliche Bewertung hängt weder von dem ab, was die Mächtigen wünschen und sie hängt bestimmt nicht von den, sich an Verschwörungsvorstellungen abarbeitenden und deshalb ohnmächtigen, Menschen ab.

Heute gibt es keine Ausreden mehr, die taugten mangelhaftes Wissen entschuldbar zu machen. Der Erwerb von Wissen ist eines der Fundamente, um ein freies und selbstbestimmtes Leben führen zu können.