Die Ukraine, wie sie stirbt.

Niemand kann Freude dabei empfinden, wenn 150 Freiwillige, die die Ukraine im Krieg gegen Russland unterstützen wollten nun tot sind. Getötet von einer russischen Rakete. Umso besser, dass in Deutschland diese Art Abenteuerurlaub untersagt wurde. Junge Männer die als Drachentöter starten, kehren, falls sie Pech haben, als traumatisierte Menschen mit verkrüppelter Seele, zurück.

Im Donezk begangen ukrainische Truppen auf ihrem Rückzug am vergangenen Wochenende Massenerschießungen. Fast alle Bewohner eines Dorfes wurden dabei ermordet. Die Soldaten der Volksrepublik Donezk sehen die Leichen und denken – nicht mehr nach. Wer will das verstehen? So entsteht Haß und so gleitet jeder Krieg früher oder später in ein blutiges Schlachten ab.

Welchen Grund haben wir andere böse Menschen zu hassen? Keinen! Wer immer sich auch was zuschulden kommen lassen hat, sollte in einem freien, öffentlichen Diskurs, in dem alleine die Wahrheit wenigstens zu erahnen ist, die Last der Bürde, die er auf sich lud, tragen müssen.

John Bolton ein US-Republikaner aus Schrot und Korn bestätigt: Putin will die Ukraine nicht besetzen, er will die Donbass-Republiken stabilisieren und er will die Ukraine vom Schwarzen Meer abschneiden.

Letzteres findet eine indirekte Bestätigung durch Selenski, der jedem Ukrainer dieser Region den Tod in Aussicht stellte, der mit den Russen paktiere, hatte doch ein ehemaliger Milizführer aus dem Süden die Seiten gewechselt. Ob es eine Volksrepublik Odessa geben wird, bleibt abzuwarten.

Putins Rückgriff auf die Geschichte, man nehme sich eine historische Landkarte zur Hand, reduziert demnach die Ukraine auf das Kernland ergänzt durch die von Stalin vereinnahmten ehemals polnischen Gebiete.

Keine 3000 Meter von der polnischen Grenze entfernt detonierte ein russischer Marschflugkörper in einem militärischen Ausbildungslager. Das war der zu erwartende Warnschuß, präzise und gekonnt ausgeführt, der besagt, Waffenlieferungen aus dem Westen werden angegriffen, bevor sie ihren Bestimmungsort erreichen.

Die von Selenski medienwirksam ausgeführten Taschenspielertricks verfangen nur im Westen. Russland wird – und ich erinnere aus meiner Bundeswehrzeit eine prinzipiell ähnliche Haltung meines Feldwebels – keinen Konvoi passieren lassen, von dem es nicht sicher sein kann, dass mit ihm keine Waffen nach Mariupol und keine Kriegsverbrecher aus Mariupol geschafft werden. Einen modus vivendi kann nicht gefunden werden, da es keine Autorität mehr gibt die sich nicht einer Agenda verschrieben hat, die den Menschen an oberste Stelle rückt.

Auch die Kirchen haben sich aus der Religion verabschiedet und sich in die Niederungen der Politik verirrt. Kein leibhaftiger Vertreter des Friedensfürsten wandelt durch die Hölle Mariupols. Goldene Wasserhähne statt Büsserhemd.