Vernünftig und unvernünftig.

Wer schützt den Bürger vor unvernünftigen Beschlüssen der Regierungen? Die reine Vernunft gibt es praktisch nicht! Wer sie für seine Handlungen in Anspruch nimmt, muß scheitern. Gewiss ist es schwierig, ohne solche Kategorien auszukommen, doch befinden wir uns im Werden, d. h. Entwicklung gleich wo, findet nur dort statt, wo Risiken eingegangen werden, weil wie uns nach der DDR nun auch Corona gelehrt haben sollte, eine Planbarkeit der Zukunft nicht funktioniert, Lernen auf Versuch und Irrtum basiert.

Wir lernen aus den Fehlern! Das würde jeder sich für klug haltende Mensch unterschreiben, doch Politiker die Fehler begehen fürchten die Hatz der dumpfen Meute von Glücksrittern, die im Besitz des moralischen Zeigefingers ihre autoritären Impulse ausleben.

Es ist gut, wenn Thüringen seinen Weg geht. Der Rest der Republik kann davon lernen. Es ist nicht gut, wenn das Gastgewerbe auch in schlecht belüfteteten Räumen betrieben wird. Was Aiwanger dazu veranlaßt hat, dies Risiko einzugehen ist mangelnde persönliche Erfahrung und der Druck des Gastgewerbes. Es ist unvernünftig, eine Wirtschaftspolitik zu betreiben, die sich an den bestehenden Verhältnissen orientiert. Mit Geld ist eine deutsche Autoindustrie nicht zu retten, wenn die Geschäftsführer selbst, das Wohl ihres Unternehmens den strategischen Plänen ihrer Aktionäre opfern. Dividenten werden ausgeschüttet, obwohl sie in der freien Marktwirtschaft zum Ruin des Unternehmens beitragen würden.
Die Bundesregierung ruinierte die Deutsche Bahn im Namen der freien Marktwirtschaft und beteiligt sich an der Lufthansa, weil Fliegen soviel umweltfreundlicher ist. Was ist vernünftig? Batteriebetrieben Flugzeuge? Die Zukunft beginnt mit einer Energiewende. Vernünftig ist es, wenn die Bundesrepublik alles dafür tut, den Bau von Northstream 2 abzusichern. Erdgas und die nötige Infrastruktur liefert die Übergangstechnologie für den Umstieg auf Wasserstoff. Das sichert die unabhängigkeit Europas in der Energieversorgung. Aus Erdgas kann Wasserstoff gewonnen werden, Erdgas läßt sich mit Wasserstoff anreichern, Gaspipelines können mithilfe geeigneter Träger Wasserstoff transportieren.

Klug wird es sein, den Umständen gemäße Konzepte auszuarbeiten, wo welche Lösung die tauglichste ist. Bei den Antrieben werden das Wasserstoff, fossile Brennstoffe und batteriebetriebene sein. Klug ist die Natur, die in nährstoffarmen Regionen durch Artenvielfalt glänzt. Dumm ist der Bauer, der auf Monokulturen setzt. Doch alles Lernen beginnt im Kopf.

Was Not tut ist, daß ein Imanuel Kant (Kritik der reinen Vernunft und Kritik der praktischen Vernunft) und ein Georg Wilhelm Friedrich Hegel (das Einzelne und das Allgemeine) mit ihren Lehren wieder stärker ins Bewußtsein der Menschen gelangen, damit das Werkzeug, mit dem wir unsere Existenz vor allem sichern, wieder in einen brauchbaren Zustand versetzt wird.