Wir dürfen das.

Nur wenige Tage ist der neue US-Präsident im Amt und schon fallen die ersten Bomben. Die USA bombardieren schiitische Milizen in Syrien, um dem Iran folgendes klarzumachen: Solange ihr keine Atomwaffen besitzt machen wir mit euch was wir wollen.

Daß der Iran dem „Verhandlungsangebote“ der USA hinsichtlich des Wiederinkraftsetzens des von den USA gekündigten Abkommens mit dem Iran (Ende der Sanktionspolitik gegen Verzicht auf die Entwicklung von Atomwaffen) skeptisch gegenüberstand, liegt wohl eher daran, daß der Iran seine Verhandlungsmasse zunächst hätte aufgeben müssen, um dann von der Gnade der US-Regierung abhängig zu werden.

Wer, wie die USA das Völkerrecht mit gutem Gewissen bricht, hat jeden moralischen Anspruch verloren.

USA: Blendgranate und Nebelkerzen.

Fungierte Donald Trump als Blendgranate, in dessen Amtszeit die US-Notenbank (FED) Larry Finks BlackRock mit dem Aufkauf von Unternehmensanleihen in Milliardenhöhe beauftragte, so findet der Wechsel im Weißen Haus hinter einer Mauer, durch das spektakuläre Einprügeln auf ein totes Pferd gezündete Nebelkerzen, im Verborgenen statt.

Es ist nicht nur so, daß das Nachtreten der Politik die gutgläubigen aber getäuschten Trump-Wähler irritieren muß und damit nichts, mit dem von Biden erklärten, Schulterschluß der Amerikaner werden wird. Trumps Wähler werden blamiert und haben sich in Grund und Boden zu schämen.

Doch nicht der Trump-Wähler hat sich blamiert, sondern die USA, dessen Bildungssystem zunehmend die Fähigkeit verliert, den mündigen Bürger heranzuziehen.

Jenen, die das Kapitol stürmten gehört der Prozess gemacht, Aufklärung tut Not. Innerhalb dieses Rahmens hat die Justiz Trumps Rolle zu bewerten. Was nun geschieht ist folgendes: noch bevor die Justiz die Zusammenhänge ermitteln kann, wird der Schuldige gehängt. Ein Gericht, das in der Lage wäre, dieses Urteil, es mag richtig oder falsch sein, aufzuheben, gibt es nicht.

Um es nicht zu vergessen: Die Nebelkerzen verdecken, gewollt oder nicht, den Prozess der Regierungsbildung und damit den zentralen Akt in einem sich demokratisch nennenden Staat.

Trotz Wahl, die Krise bleibt.

Der US-amerikanische Wähler, der sich nun wundert, warum Donald Trump trotz allem soviel Zustimmung erhielt, also die politische Lage seines Landes vollständig verkannte, sollte sich der Richtigkeit seiner Entscheidung für Biden nicht sicher sein.

Und doch erlebten wir eine stark emotionalisierte Auseinandersetzung zwischen beiden Lagern. Jene die das Feuer vor der Wahl schürten, sind die ersten, die es nach der Wahl bekämpfen.

Der Burgfriede muß her um in der Außenpolitik handlungsfähig zu bleiben.

Für den mündigen Bürger der USA ist es eine wohltuende Erfahrung zunächst in Rage gebracht zu werden um alsdann Beruhigungspillen verabreicht zu bekommen. Er macht das mit, weil er ein guter Amerikaner sein will.

Wir leben in einer Gesellschaft in der Emotionen keinen Platz haben, wir leben in einer Gesellschaft, in der ein falsches Wort das Ende der beruflichen Laufbahn sein kann. Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Arbeitsprozesse effizienter gestaltet werden. Wir leben in einer Gesellschaft in der ungeheure Mengen an Daten erhoben und analysiert werden. Wer heute in den USA seinem Arbeitskollegen eine fröhliche Weihnacht wünscht, gehört nicht dazu.

Trump verstieß gegen alle Regeln, das tun andere auch, wenn auch im Verborgenen.

Effizienzsteigerung ist konservativ, geeignet einer Postkutsche billigere Räder zu verpassen. Innovationen und Arbeitsmotivation resultieren aus dem Gefühl heraus, ihre Richtung aus Notwendigkeiten, denen eine sinnliche Erfahrung vorausgegangen sein muß.

Wehe uns, wenn eine konkurierende Nation aufhört mit der Datenanalyse und das kreative Potential ihrer Menschen zu nutzen weiß.