Landwirtschaft neu definieren.

Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) twitterte und ließ wissen, welche Bedeutung die kleineren Landwirte für das Tierwohl, die Erhaltung des Gleichgewichtes der Natur haben. Klar ist, daß ein kleiner Landwirt näher an der Wirklichkeit ist, als ein Agrarkonzern und von den negativen Seiten bzw. Folgen der Agrarindustrie am stärksten betroffen ist.

Man kann entweder den klassischen Rahmen, in dem Landwirte wirken, bestehen lassen und sie regelmäßig subventionieren; man kann die Tierzucht und -mast weniger tierquälerisch gestalten und den Verbraucher sinnlos bluten lassen; man kann das Sterben der Kleinen verlangsamen und die Herausbildung einer neuen Leibeigenschaft auf den Rittergütern der Kapitalgesellschaften zulassen oder man kann Landwirtschaft neu definieren.

Z.B. ließe sich eine genossenschaftliche Organisation von Betrieben denken, die Aufgaben im Bereich Touristik, Forsten, Erhalt von Wander- und Radwegen, Erhaltung alter Arten (Pflanzen wie Tiere), Erforschung neuer Arten, Kräuter- u. Obstanbau, der Garten- und Landschaftspflege und der Energiegewinnung, -nutzung und -versorgung übernimmt.

Das alles ginge wenn denn die Notwendigkeit allen Beteiligten bewußt werden würde, was so lange nicht geschieht, wie es statt der Innovationen (die auch Söder, ohne sie spezifiziert zu haben, fordert) Geld gibt. Geld macht weder klug noch satt – die Not erfinderisch.

Es bedarf einer öffentlich angeregten, von den Ländern einzufordernde Initiative, es bedarf eines Gremiums, eines Landwirtschaftsministeriums, das ein Brainstorming der beteiligten Akteure moderiert und die hoffentlich vorhandene verwaltungstechnische Kompetenz liefert, Strukturen zu schaffen, mit denen sich ein jeder Beteiligte (Bauer, Gärtner, Förster, Kommunen, Landschaftsbau etc.) wohl fühlt.

Es bedarf der Technologie (hier sind Computer angebracht, nicht im Kindergarten oder der Grundschule) und eines organsierten ständigen Wissentransfers, des lebenslangen Lernens.

Wenn die Schweinehaltung und der Getreideanbau, die Milchwirtschaft nicht mehr als Schlinge am Hals des Landwirtes würgt, er nicht gezwungen wird, durch Ausweitung des Angebotes seine Existenz zu sichern sondern mehrere Geschäftsfelder betreiben kann, um Einkommen zu erzielen, wird das Fleisch und das Getreide wie das Obst teurer, weil der Markt so funktioniert und nicht weil eine Verordnung Aufkleber produziert.