Fleisch-Marktwirtschaft?

„Was soll ich tun, wenn in Deutschland die Hygienestandarts in der fleischverarbeitenden Industrie entweder zu lasch sind oder deren Einhaltung nicht kontrolliert wird?
Ich führe eine Tierwohlabgabe ein und zensiere die Werbung“, mochte unsere CDU-Landwirtschaftsministerin gedacht haben, weil sie es sich wohl mit dem Wähler verscherzen kann, nicht aber mit dem Bauernverband und der Fleischindustrie. Sind die von Frau Klöckner ausgedachten Maßnahmen geeignet, die erlebten Mißstände zu beheben?

Die Fleischpreise sind deshalb so niedrig, weil der Bauerverband nicht gewillt ist, einen höheren Preis am Markt durchzusetzen. Auch der Verbandspräsident will es sich ja nicht mit Politik und Fleischindustrie verscherzen. Politik und Industrie legten die Landwirtschaft an die Kette, mithin die Marktkräfte lahm, und damit die, an der Nase umhergeführten, Bauern mitspielen, werden sie von der Politik regelmäßig gefüttert.

Klöckner (CDU) setzt konsequent den Weg in die falsche Richtung fort. An eine Förderung der Innovationskraft der Landwirtschaft wird nicht einmal gedacht. Jeder weiß, wer die dicksten Kartoffeln erntet.

Im Schweizer Rundfunkt war zu lesen: „Laut Marcel Schlatter [Mediensprecher des Migros-Genossenschaftsbundes] lassen sich die Arbeitsbedingungen in der Schweiz nicht mit denjenigen in Deutschland vergleichen: ‚Einerseits von der Grösse her: Wir verarbeiten hier rund 1300 Schweine pro Tag, das sind 10 bis 20 Mal weniger als in ausländischen Grossbetrieben.‘ Anderseits aber auch aufgrund der Arbeitsbedingungen. Schlatter erwähnt die Löhne, die Sozialleistungen und den Leistungsdruck.“

Das mit der Unternehmensgröße hat sich, seitdem auch Mißstände in kleineren Schlachtbetrieben bekannt wurden, erledigt. Niemand braucht in der Schweiz eine Wohlfühlabgabe um vernünftige Arbeitsbedingungen zu schaffen.