Rassismus ohne Rasse?

Die Grünen schlugen vor, den Begriff ‚Rasse‘ im Grundgesetz zu ersetzen. Die Begründung ist so absurd, daß man sie, schon aus einem Gefühl des Mitleides heraus, nicht wiedergeben kann.

Das Einzelne und das Allgemeine. Hegel sah in der Auseinandersetzung beider Eigenschaften die Triebkraft der individuellen, wie der kulturellen Entwicklung. Es gibt Frauen und Männer und es gibt Menschen, die sich in anderen biologischen Eigenschaften unterscheiden. Daß im Angelsächsischen der Begriff ‚race‘ abgeschafft werden würde, obwohl er mit ‚Rasse‘ den selben sprachlichen Ursprung hat, erwartet niemand, und dies nicht, weil die Angelsachsen vorwiegend Rassisten sind, sondern, weil sie mit den Verbrechen ihrer Geschichte einen anderen Umgang pflegen.

Einst sang Peter Orloff: „Ein Klassegirl, ein Rassegirl ist Monika Mo-Mo-Monika, Mo-Mo-Monika Sie ist mein Typ, ich hab sie lieb!“. Hatte der Mann mit dem slawischen Namen übles im Sinn?

Das Wort, wie seine Bedeutung können es also nicht sein, was die Grünen bewogen haben mag, es aus der Verfassung zu verbannen. Es ist das Unvermögen der Grünen mit dem Wissen unserer Vergangenheit zu leben. Unsere Großväter haben einst zugelassen, daß unsere Sprache durch Verbrecher mißbraucht wurde, um ein Reich, ein Volk und einen Führer zu proklamieren.

Es ist und bleibt richtig, daß niemand wegen seiner Rasse diskriminiert werden darf und wenn uns bei dem Begriff Rasse, die schmerzlichen Erinnerungen an die Zeiten, da Verbrecher unser Land regierten, spürbar werden, so ist das unangenehm aber heilsam.

Nicht heilsam ist es hingegen, alles auszurotten, was einem nicht in den Kram paßt.

Bei der Sprache fängt es an.