Wir dürfen das.

Nur wenige Tage ist der neue US-Präsident im Amt und schon fallen die ersten Bomben. Die USA bombardieren schiitische Milizen in Syrien, um dem Iran folgendes klarzumachen: Solange ihr keine Atomwaffen besitzt machen wir mit euch was wir wollen.

Daß der Iran dem „Verhandlungsangebote“ der USA hinsichtlich des Wiederinkraftsetzens des von den USA gekündigten Abkommens mit dem Iran (Ende der Sanktionspolitik gegen Verzicht auf die Entwicklung von Atomwaffen) skeptisch gegenüberstand, liegt wohl eher daran, daß der Iran seine Verhandlungsmasse zunächst hätte aufgeben müssen, um dann von der Gnade der US-Regierung abhängig zu werden.

Wer, wie die USA das Völkerrecht mit gutem Gewissen bricht, hat jeden moralischen Anspruch verloren.

Trotz Wahl, die Krise bleibt.

Der US-amerikanische Wähler, der sich nun wundert, warum Donald Trump trotz allem soviel Zustimmung erhielt, also die politische Lage seines Landes vollständig verkannte, sollte sich der Richtigkeit seiner Entscheidung für Biden nicht sicher sein.

Und doch erlebten wir eine stark emotionalisierte Auseinandersetzung zwischen beiden Lagern. Jene die das Feuer vor der Wahl schürten, sind die ersten, die es nach der Wahl bekämpfen.

Der Burgfriede muß her um in der Außenpolitik handlungsfähig zu bleiben.

Für den mündigen Bürger der USA ist es eine wohltuende Erfahrung zunächst in Rage gebracht zu werden um alsdann Beruhigungspillen verabreicht zu bekommen. Er macht das mit, weil er ein guter Amerikaner sein will.

Wir leben in einer Gesellschaft in der Emotionen keinen Platz haben, wir leben in einer Gesellschaft, in der ein falsches Wort das Ende der beruflichen Laufbahn sein kann. Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Arbeitsprozesse effizienter gestaltet werden. Wir leben in einer Gesellschaft in der ungeheure Mengen an Daten erhoben und analysiert werden. Wer heute in den USA seinem Arbeitskollegen eine fröhliche Weihnacht wünscht, gehört nicht dazu.

Trump verstieß gegen alle Regeln, das tun andere auch, wenn auch im Verborgenen.

Effizienzsteigerung ist konservativ, geeignet einer Postkutsche billigere Räder zu verpassen. Innovationen und Arbeitsmotivation resultieren aus dem Gefühl heraus, ihre Richtung aus Notwendigkeiten, denen eine sinnliche Erfahrung vorausgegangen sein muß.

Wehe uns, wenn eine konkurierende Nation aufhört mit der Datenanalyse und das kreative Potential ihrer Menschen zu nutzen weiß.