Preußen aus dem Schlaf gerissen.

Dem in seiner Größe wie Bescheidenheit einzigartigen Friedrich Wilhelm III. folgte mit Friedrich Wilhelm IV. ein König, dessen Streben nach religiöser Glückseligkeit und musischer Entfaltung nur von seinem Amt und den Untertanen beeinträchtigt wurde. Doch selbst das war für Preußen nicht in allen Punkten  von Nachteil.

König Friedrich Wilhelm IV. Politik behielt die von Preußen eingeschlagene Richtung, die auf die Einigung Deutschlands abzielte bei, wobei dem Ausbau der Infrastruktur eine Schlüsselfunktion zukam. Er stieß auf zwei Probleme: 1. die Bevölkerung und Wirtschaft der westlichen Gebiete galt es zu integrieren und 2. es fehlte an Geld. Sein Versuch über die Einberufung des Vereinigten Landtages diese Probleme zu lösen scheiterte.

1848 wurde ganz Deutschland vom Krieg (Norditalien und Dänemark) bedroht und von den Revolutionswirren 1848 erfaßt. Weitere Kriege (Krimkrieg 1853) sollten folgen, die Startplätze für den anstehenden Imperialismus zu verteilen, unter dem Strich zur Herausbildung eines Europas der Nationalstaaten führen, eine Kategorie die für den Vielvölkerstaat Österreich(-Ungarn) nicht paßte und die seine Integration in den deutschen Nationalstaat verhinderte. Mit dem Krieg gegen Dänemark 1864 begann die weniger kluge, kriegerische  Phase der deutschen Einigung unter der Ägide Wilhelm I. und Bismarcks.

Mit Wilhelm I. betrat ein Monarch die Bühne, der vor allem als moralische Instanz,  Bismarcks  Sturm- und Drangphase begleiten konnte.