Ethik, Dogma und die Wirklichkeit.

Die Philosophie wurde weitgehend aus den Schulen und Universitäten verbannt. Letztlich wurde damit Menschen ein Weg verbaut, sich ihres eigenen Verstandes bedienen zu können. In unserer Reitz überfluteten Welt zählen Schlagzeilen. Sie sind, wie einst die Trommelfeuer im Weltkrieg, nicht dazu bestimmt, Menschen zu töten, sondern kampfunfähig zu machen.

Ursprung dieses Trommelfeuers sind Dogmen, der katholischen Kirche entrissene Leitsätze, die heute nicht einmal mehr auf einen Apostel zurückzuführen sind. Man verkauft uns diesen Dogmatismus als Werte-Ethik. Bei genauere Betrachtung hat die Werte-Ethik mit der Ethik soviel gemein, wie ein Schimmelpilz mit einem Atompilz.

Die Philosophie ist mit Hegel in die Wirklichkeit aufgebrochen, d.h. wir sind dort bei weitem nicht angelangt und solange das nicht der Fall ist, gibt es keine Ethik, die auf Werten beruht, deren Bezug zur Wirklichkeit wer herstellen sollte?

Insofern ist die katholische Kirche mit ihrem Apostel fein raus. Doch was, vom Apostel abgesehen, ist des Menschen Antrieb sich moralisch zu verhalten? Es ist die Freiheit!
Andere Moralapostel jeglicher Couleur, und sie finden sich nicht nur bei den Grünen sondern in jeder Partei, sanktionieren, bestrafen jeden, der ihrem moralischen Codex zuwiderhandelt, sind es jedenfalls nicht.

Oft mißbraucht und mißverstanden ist Freiheit
a) eine Eigenschaft des Menschen,
b) sie ist die Eigenschaft angetan – unsere Vorstellungen von der Welt mit der äußeren Realität in Übereinstimmung bringend – Wirklichkeit zu erlangen.

Die Freiheit des einzelnen Menschen ist ihm Antrieb, über die Deckung seiner Grundbedürfnisse hinaus in die Wirklichkeit zu treten, als Wissenschaftler, Unternehmer, Arbeiter und Künstler.

Die der Freiheit zu dankende Übereinstimmung läßt uns die Moral (und Moral ist eine gesellschaftliche Veranstaltung) entwickeln, die notwendig ist, dieses Wirken nicht auf Kosten der Erde, bzw. auf Kosten der lebendigen Natur zu gestalten.