Russen und Deutsche.

Deutsche und Russen verbindet nicht nur die beiden Weltkriege. Während im 1. Weltkrieg das Kaiserreich Lenins Revolutionäre unterstützte, Kommunisten, die ihre Macht auf die Lehren zweier Deutscher, nämlich Marx und Engels stützten, war es die Sowjetunion die die Weimarer Republik aus ihrer politischen Isolation führte. Der Deutsche Walther Rathenau schloß in Rapallo den Vertrag zur deutsch-russischen Zusammenarbeit und Rathenau wurde vermutlich auch deswegen erschossen. Dieser eine Tot schmerzte, wie die Millionen Tote Soldaten, die im 2. Weltkrieg ihr Leben ließen. Nicht zuletzt dieser Schmerz ist es, der Deutsche und Russen einander zu Menschen macht.

Zu keiner Zeit vergaßen die Deutschen die großen russischen Klassiker zu bewundern. Musiker, Maler und Poeten, von Tschaikowski, Kandinski über Tolstoi, den Don Kosaken Chor erinnern wir den Moskauer Staatszirkus wie das Bolschoi Balett.

Wir erinnern Gorbatschow, seine Idee vom gemeinsamen Haus Europa, eine Idee, die gut 150 Jahre zuvor Zar Alexander I. von Rußland aus dem Hause Romanow-Holstein-Gottorp, ebenfalls vergeblich, auf den Kongressen zu Wien und Aachen vorstellte.

Die Zeiten eines Willi Brandt und Helmut Kohls, in denen der deutschen Außenpolitik in der Welt noch ein Gewicht beigemessen wurde, sind vorbei. Deutsche und Russen einander zu entfremden ist möglich – doch hier wie da wecken diese Bemühungen die Erinnerungen an den Krieg.

Und diesen Krieg will kein Russe und kein Deutscher!
Nie wieder!