Quo vadis Siemens-Energy?

Siemens setzt mit der Ausgliederung der Energiebranche seinen Konzernumbau fort. Damit ergibt sich die Gefahr, daß sich der für strategische Entscheidungen einer Sparte notwendige Sachverstand aus München verabschiedet, die Entscheidung aber ohne Zustimmung/Geld aus München nicht umgesetzt werden kann. „Früher war Größe der wesentliche Konkurrenz-Vorteil. Jetzt ist es Schnelligkeit“, wird Siemens-Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe vom BR zitiert. Sätze wie diese lassen mich an der Kompetenz seiner Urheber zweifeln. Es gibt wesentliche Konkurrenz-Vorteile und Vorteile die nicht im Wesen des Unternehmens zu finden sind.

Gewiß ist die Größe des Sachverstandes genauso wie die Schnelligkeit, mit der Fehler begangen werden für den einen oder anderen ein Konkurrenz-Vorteil. Siemens Energy würde sich „besser im Markt fokussieren“ können, wird Kaeser zitiert. Das bleibt abzuwarten, das Anliegen ist banal und Kommunikation ist was anderes. Hoffen wir, daß Siemens-Energy das Scheunentor zu erblicken vermag, was nicht nur der Markt sondern der Erhalt des menschlichen Lebens auf der Erde als Tagesordnung setzt:

Die Erzeugung und Verteilung umweltverträglicher Energieträger.

Siemens verfügt über die nötigen Pferdestärken. Problematisch ist einzig, die PS auf die Strasse zu bringen. Mut, Zuverlässigkeit, Vertrauen zu den Mitarbeitern und Bedachtsamkeit sind erforderlich im sozialen Konsens die Energieversorgung zu revolutionieren. Es geht um nichts anderes.