Corona und die Proteste in den USA.

In seinem Aufsatz über einen gesetzmäßigen Verlauf der Entwicklung unserer Kultur nannte Kant die Unberechenbarkeit und das unethische Verhalten Einzelner als Triebkraft, als jene Kraft, die den Widerspruch erzeugt, aus dem heraus nur die Entwicklung eines vernünftigen Vorgehens führt.

Wenn sich nun in den USA die Menschen die Schädel einschlagen, weil ein Mord durch einen Polizisten, begangen wurde, so deshalb, weil es in diesem und allen anderen Staaten, zu einem Widerspruch gekommen ist, der sich den Handelnden zunächst rational nicht erschließt. Der Mord am Polizisten war nur Anlaß, die vielen von den einzelnen nicht zu benennenden Gründe ihres Unwohlseins, durch den Protest anzuzeigen.

Nun pflegen die USA ein Bild, wie Politik gemacht wird, das dem unseren nicht so richtig entspricht. Ja, auch wir versuchen andere Staaten zu erpressen, weil sie unseren Normen nicht entsprechen. So sind Demonstrationen in Corona-Zeiten Hongkong erwünscht, in München geduldet und werden in Berlin mit den widerwärtigsten Methoden bekämpft. Das Verhalten der Mächtigen ist der Ohnmächtigen Vorbild.

Was denkt ein friedlicher Demonstrant, der jemanden beleidigt hat, der es aber nicht für notwendig hält, gegen diese Beleidigung gerichtlich vorzugehen, wenn er von einer Polizei-Hundertschaft zu einer Demonstration begleitet um am Zutritt zu den Demonstranten mit Gewalt gehindert zu werden? Er denkt: Ich werde eingeschüchtert. Diejenigen, die den Vorfall beobachten denken: Warum soll ein Mensch der (seine Worte) falsch geparkt hat, gerichtlcih nicht belangt wird, nicht demonstrieren dürfen? Antwort: Weil er die Abstandsregel nicht eingehalten hat, mußten wir ihn niederwerfen und am Boden fixieren. Prellungen und Schürfwunden sind angemessene Begleitumstände.
Sofern der Demonstrant gegen die coronabedingten Regeln nicht verstoßen hat, kann der dies auf gerichtlichem Wege klären lassen. Wir sind ein Rechtsstaat indem jene, die die Busse von Organisatoren einer Demonstration in Stuttgart angezündet haben, nicht ermittelt werden können, da die Polizei für die Einschüchterung eines Berliner Koches gebraucht wird.

Auch wenn der Bürger das nicht verstehen kann, er fühlt sich unwohl, er ahnt, daß da etwas faul ist. Noch vermögen wir den Unmut zu kanalisieren, wenn z. B. jemand einer Minderheit durch Psychopathen umgebracht wird. Noch ist unser Sozialsystem in der Lage, diesen Unmut durch die Abwendung der Existenznöte, in denen sich zig Millionen arbeitsloser US-Amerikaner nun befinden, zu kontrollieren. Wenn Scholz und Co. weiterhin das Geld in die großen Unternehmen pumpen, weil strukturelle Änderungen zwar unumgänglich sind, um mit innovativen Lösungen den Untergang der Menschheit zu verhindern (Klima, Artensterben, Erosion, Verschmutzung der Weltmeere), dann wird der Bürger dumme Dinge tun müssen, um aus ihnen heraus lernen zu können, sagt Kant.

Das Geld, das nun in Berlin und anderswo verteilt wird, landet schon heute an den Börsen. Die Konzerne und ihre Besitzer freuen sich, die Banken funktionieren weiterhin. Selbst wenn die SPD, CDU und die Grünen den Monopolisten der Kerntechnologien für batterie-elektrisch betriebenen Fahrzeuge die Einsicht in diese Fehlspekulation verbauen, indem sie den Steuerzahler bluten lassen, anlügen aus Sorge um die Umwelt, die so generierte Armut als Reichtum unter den Reichen verteilen, ändert sich nichts an der Notwendigkeit einer strukturellen Änderung in unserem Wirtschaftsgefüge.

Sie wird kommen, doch auf einem in Art und Weise nicht vorhersehbaren Wege, solange wir die Hoffnung haben, andere und uns über die Wirklichkeit hinweglügen zu können. Das Ende der smarten Politik bedeutet der Beginn einer vernünftigen Entwicklung, die nur dann richtig ist, wenn sie alle zu umfassen gewillt ist, sagt Kant.