Denker- statt Geberkonferenz.

Nun feiert sich die Bundesregierung Geld für eine Organisation gesammelt zu haben, die die Entwicklung eines Impfstoffes organisieren soll. Ein Impfstoff für den aktuellen Corona-Virus wird realistisch betrachtet 2021 zur Verfügung stehen. Bis dahin wird Corona19 in seiner gegenwärtigen Form nicht mehr existieren. Die Entwicklung eines Serums mit einem breiteren Wirkungsbereich wird nicht vor 2024 zu erwarten sein.

Nun hat sich vor allem die Führung des VW-Konzerns in seiner ganzen Widerwärtigkeit offenbart. Trotz Rücklagen in Milliardenhöhe und Dividendenausschüttungen an die Aktionäre, fordert die Führung dieses Konzernes, die noch vor kurzem die Stirn gehabt hatte, die gesamte deutsche Automobilindustrie auf die Entwicklung batteriebetriebener Elektromobile zu vergattern, von der Bundesregierung noch mehr Geld. Ob dies Geld für Aktienrückkäufe oder für Dividenden ausgegeben wird, obliegt einzig und alleine dem Entscheid der Konzernspitze.

Die Frage die ich mir stelle ist: Wie kann das Geld des Steuerzahlers in Unternehmen fließen, die es a) brauchen und die b) innovative Konzepte, sprich Effizienzsteigerungen und Energieeinsparungen verfolgen. Wo ließen sich die Arbeitskräfte nutzen, die nach der Umstellung in der Automobilindustrie arbeitslos werden. Die ersten Autozulieferer haben ja bereits ihre Tore geschlossen.

Es gibt im In- und Ausland genügend Unternehmen, die innovative Konzepte erfolgreich verfolgen.

Folgende Beispiel ließen sich nennen:

Durch Kombination von Solarzellen, Wärmepumpen und Sonnenkollektoren lassen sich Häuser bauen, die soviel Energie liefern, wie verbraucht wird. Gemeinden können durch eine kluge Software, die lokal durch Solarzellen, Biogasanlagen und Windräder gewonnene Energie in einer Weise verteilen und überwachen, daß die Einspeisung und der Verbrauch jedes Teilnehmers am Verbund geregelt und registriert wird. Man könnte sich in der Schweiz darüber informieren, wie sich diese Energie sicher und vor allem wirtschaftlich als Wasserstoff speichern und ggf. nutzen ließe. Man könnte eine neue Generation von Warmwasserspeicher herstellen, deren Wärmeverluste wesentlich geringer als die der herkömmlichen Anlagen ist. Man könnte lernen, moderne mehrgeschossige Holzhäuser zu bauen. Abgesehen davon, daß es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt, abgesehen von dem eingesparten, mit viel Energieeinsatz produziertem Zement, profitiert vermutlich auch das Gesundheitssystem von einem gesünderen Wohnen. Ich könnte mir auch vorstellen, daß es für das Gaststättengewerbe die eine oder andere Idee gibt, neue Wege zu gehen, ihre Dienste an den Mann zu bringen.

Die Zeiten, in den es genügt, daß ein Schreiner schreinern kann und sonst nichts sind vorbei. Das Wissen um neue technische und digitale Möglichkeiten sprengt den durch z.B. die Handwerks- und Handelskammern vorgegebenen Strukturen. Welcher Schreiner nennt einen 3D-Drucker sein eigen? Ebenso wichtig erscheint mir das Wissen der Universitäten und Hochschulen ins Handwerk, mittelständische Unternehmen und Dienstleistern zu tragen.

Vieles ist möglich und mehr noch ist denkbar. Die Bundesländer und Landkreise können die Menschen zusammenbringen, für den Wissensaustausch sorgen und entsprechend den lokalen Gegebenheiten Projekte anregen und unterstützen, die im schlimmsten Fall Handwerkern und mittelständischen Unternehmen helfen mehr Menschen zu beschäftigen und im besten eine neue Unternehmens-Kultur etablieren. Gesetzliche Vorgaben, die diesen Prozess behindern, müssen überarbeitet werden.

Wer auf den großen Wurf, die Wirtschaftskrise zu überwinden, wartet, wartet vergebens.