Juli 2019

30.7.2019

Datenleck bei US-Bank Capital One.

100 Mio. Kunden der Bank sind betroffen. Eine ehemalige Mitarbeiterin von Amazon-Webservices wurde unter der Beschuldigung festgenommen, sich unter Ausnutzung eines Konfigurationsfehlers der die Daten enthaltenen Cloud Zugriff auf die Kundendaten der Bank verschafft zu haben.

29.7.2019

CO2-Reduktion: Deutschland debattiert, die Schweiz handelt.

Während in Deutschland die CO2-Problematik als Vorwand zur Verschärfung einer Vermögens-Umverteilung von Arm nach Reich liefert, hat die Schweiz den Ernst der Lage erkannt und handelt.
In Solothurn soll bis Ende des Jahres grüner Wasserstoff produziert werden. Die Anlage wird von Alpiq und H2-Energie betrieben, um den Bedarf, der bei Hyundai georderten 1600 wasserstoffbetriebenen LKW abzudecken.

28.7.2019

Schweiz: Unispitäler machen Pharmaindustrie Konkurenz.

Die öffentlichen Schweizer Universitäten planen in ihren Kliniken Patienten mit eigenen Zelltherapien zu Kosten weit unterhalb denen der Pharmaindustrie zu behandeln. Die Heilmittelbehörden und Krankenkassenverbände unterstützen das neue Angebot.

26.7.2019

Mikroplastik: Ein Thema in der Schweiz.

In der Landwirtschaft finden besonders beim Anbau von Erdbeeren und Spargel enorme Mengen von Plastikplanen Verwendung. Selbst wenn die Planen nach der Ernte restlos von den Feldern entfernt werden, wird der Boden infolge der Verwitterung der Planen mit Mikroplastik verunreinigt.

25.7.2019

Ansprüche der Hohenzollern.

Wolfgang Thierse (SPD) empört sich über das Ergebnis des Volksentscheides von 1926 den Hohenzollern einen Teil ihres Vermögens zu belassen. Ob die derzeit erhobenen Forderungen rechtmäßig seien, möchte Thierse nicht verneinen, stattdessen setzt sich das Mitglied der Partei, die die letzte verfassungsmäßige Regierung 1933 gestürzt hat und damit den Weg zur Berufung Hitlers zum Reichskanzler frei machte, auf das hohe Roß, den Kronprinzen Wilhelm von Preußen aufgrund seiner Mitgliedschaft in der NSDAP etc., als moralischen Grund anzuführen, gegebenenfalls das Recht zu beugen. Der Kronprinz war es, der Kanzler Schleicher mit Dokumenten aus dem Braunen Haus versorg hatte, die diesem Aufschluß über den Charakter der kommenden Naziherrschaft gaben.
Den Hohenzollern verdanken wir Kulturgüter, wie den Cecilienhof, der SPD verdanken wir Kulturgüter wie den Flughafen BER. Beides aus Mitteln, die die Bevölkerung zu bestreiten hatte bzw. hat.

24.7.2019

Disrupt Democracy.

Milosz Matuschek in der NZZ vom 23.7.2019: „Der Fall Assange ist ein Kristallisationspunkt für die Dekadenz der Demokratie: Entweder hat der Bürger Entscheidungsmacht auf Basis transparenter Informationen, oder er ist Untertan.“

23.7.2019

Graben statt Berliner Mauer.

Rund um das Reichstagsgebäude in Berlin wird ein 10 Meter breiter und 2,5 Meter tiefer Graben gezogen.

22.7.2019

Schweiz: Seewasser betriebene Klimaanlagen.

CO2 sparen geht auch ohne CO2-Steuer – in der Schweiz. In den Tiefen der schweizer Seen herrscht eine Temperatur von 4° C bis 7° C. Dieses Wasser wird zu den Wärmetauschern von Klimaanlagen gepumpt und sorgt in den klimatisierten Gebäuden für angenehme Temperaturen. Im Winter kann die selbe Anlage zur Einsparung der Heizenergie genutzt werden. Eine signifikante Erwärmung der Seen kann zur Zeit ausgeschlossen werden.

19.7.2019

Kasachstan: https ermöglicht Überwachung und Zensur.

Durch das vom kasachischen Mobilfunkversorger Kcell bereitgestellte Zertifikat für die TLS-Verschlüsselung schützt sich der Anwender vor Idenditätsdiebstahl und ermöglicht dem zuständischen kasachischen Ministerium den Internetverkehr zu überwachen und zu zensieren.

18.7.2019

EU-Kommission segnet Kabelnetz-Monopol ab.

Mit der Genehmigung des Zusammenschlusses von Vodafone und Unity genehmigt die EU-Komission einen Monopolisten, der in Deutschland 80% der Kabelanschlüsse beherrscht.

17.7.2019

Brennstoffzellenzüge legten 100 000 km zurück.

Die beiden von Alstom an die Verkehrsbetriebe Elbe-Weser gelieferten Züge legten in den vergangenen 10 Monaten im regulären Betrieb 100 000 km zurück. Die Züge werden mit Wasserstoff, der von Brennstoffzellen mit einer Leistung von 200 kW in elektrische Energie umgewandelt wird, angetrieben.

16.7.2019

Bundesagentur für Arbeit entläßt Holsboer.

Die Personal- und Finanzchefin der Bundesagentur für Arbeit (BA) Valerie Holsboer habe sich von dem Arbeitgebervertreter in der BA Peter Clever nicht instrumentalisieren lassen und mußte gehen.

15.7.2019

Frauenhofer-Studie zu wasserstoff- u. batteriebetriebenen Fahrzeugen.

Das Frauenhoferinstitut ermittelte die Treibhausemissionen bei Herstellung, Betrieb und Entsorgung von batteriebetriebenen und wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen. Beim Vergleich eines wasserstoffbetriebenen 95kWh starken Kfz mit einem batteriebetriebenen 90 kWh starken Kfz werden bei Annahme der günstigsten Voraussetzungen für beide Varianten durch das batteriebetriebene Fahrzeug bei 100 000 km ca. 57% und bei 200 000 km Laufleistung ca. 40% mehr Treibhausgase freigesetzt.

10.7.2019

Italien legt Pensionsreform und Grundsicherung auf Eis.

Nachdem Italien die Ausgaben für die Pensionsreform und Grundsicherung gestrichen hatte, verzichtet die EU-Kommission auf Einleitung eines Defizitverfahrens.

9.7.2019

Office 365 hebelt deutsche Datenschutzbestimmungen aus.

Der hessische Datenschutzbeauftragte warnt vor der Verwendung von Microsoft Office 365, da die zugrundeliegende Cloud außerhalb Deutschlands betrieben wird. Damit wird ein Zugriff ausländischer Geheimdienste auf personenbezogene und andere sicherheitsrelevante Daten möglich. Office 365 liefert zudem eine Reihe von Telemetriedaten an Microsoft.

8.7.2019

Kubas Wirtschaftsreform stärkt die Befugnisse der Betriebe.

Der kubanische Wirtschafts- und Planungsminister Alejandro Gil kündigte an, daß der Plan für 2020 erstmals von den Arbeitern in den Betrieben selbst ausgearbeitet und dann zentral zusammengefaßt werden solle.
Innovationen müssen künftig nicht mehr vom Wirtschaftsministerium abgesegnet werden. Die Betriebe können 50% ihrer Einnahmen eigenverantwortlich für Investitionsentscheidungen oder Lohn- und Gehaltserhöhungen verwenden.
Kuba orientiert sich an dem von Walter Ulbricht in der DDR eingeführten „Neuen Ökonomischen System der Planung und Leitung“. Ulbricht damals: „Entscheidungen sollten dort getroffen werden, wo die Fachkenntnis vorhanden ist, vor Ort in den Betrieben“. 1971 mußte die DDR auf Druck des sowjetischen Regierungschefs Breschniew das Neue Ökonomische System aufgeben.

7.7.2019

Artur Brauner starb im Alter von 100 Jahren.

Der erfolgreichste deutsche Filmproduzent Artur Brauner ist tot. Über 700 Filme produzierte Brauner, unter ihnen einige der wertvollsten die bei uns nur deshalb hergestellt werden konnten, weil Artur Brauner bereit war, gute Filme selbst dann zu machen, wenn sie ihm Geld kosteten.

3.7.2019

Der Mehrheit der Deutschen sagt, von der Leyen wäre keine gute Kommissionspräsidentin.

Laut ARD-Umfrage sehen 56 Prozent der Befragten in Ursula von der Leyen keine gute
EU-Kommissionspräsidentin; 33 Prozent meinen, sie wäre eine gute EU-Kommissionspräsidentin.
71 Prozent der Bürger sagen, das EU-Parlament sollte das letzte Wort bei der Besetzung des Präsidenten der Kommission haben; 21 Prozent möchten, daß die Regierungschefs diese Entscheidung treffen.

2.7.2019

Kahlschlag in Rumänien.

Erika Stanciu bis 2016 rumänische Staatssekretärin teilte dazu mit, daß schärfere Gesetze zum Schutz der Wälder die westeuropäische Holzindustrie verschrecke und dazu führten, daß die Chinesen kämen. So hat denn die neue rumänische Regierung das Meldesystem, das es jedem Bürger erlaubte, die Holztransporte daraufhin abzugleichen, ob sie genehmigt wurden oder nicht, abgeschaft, mit dem Erfolg, daß nun erstmals die Menge nicht genehmigter Holzeinschläge die der genehmigten überschreitet.

1.7.2019

Brasilien: Mehr Gift und weniger Wald.

In Brasilien beschleunigt sich die Rodung des Regenwaldes. Im erste Halbjahr 2019 wird eine Fläche von 2300 Quadratkilometern gerodet worden sein.
Bis Juni 2019 wurden von der brasilianischen Regierung 169 neue Pestizide zugelassen.
Abholzungen und Pestizide kosten Geld, also plant die Regierung Bolsonaro den Amazonas-Fonds, von Norwegen und anderen Geldgebern zum Schutz des Amazonas gedacht, den Großgrundbesitzern zur Verfügung zu stellen.
Abgesehen vom Vatikan, der vom 6. bis 27. Oktober eine dreiwöchige Bischofssynode unter dem Motto „Amazonien: Neue Wege für die Kirche und eine integrale Ökologie“ abhalten will, schweigt die Welt.